Analyse, welche deutschen Aktien die größten
Abschläge zu ihrem Substanzwert aufweisen / Hauptkriterium
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) / Von rund 600 betrachteten Aktien
notieren aktuell 167 Papiere mit einem KBV von weniger als eins /
Commerzbank führt das Ranking an / Auf den Plätzen zwei und drei
folgen die Aareal Bank und die Baumarktkette Praktiker
Aktuell sind 167 deutsche Aktien unterbewertet. Das berichtet das
Anlegermagazin ,Börse Online“, das in seiner neuen Ausgabe (30/2010,
EVT 22. Juli) die Top-30-Rangliste der günstigsten deutschen Aktien
veröffentlicht. Grundlage der Analyse der rund 600 heimischen Titel
war das Datenmaterial der 2009er-Geschäftsberichte. Das dort
vermerkte Eigenkapital wurde durch die Anzahl der Anteilscheine, die
eine Gesellschaft ausgegeben hat, dividiert und so der Buchwert je
Aktie errechnet. In Relation zum Aktienkurs ergibt sich das
Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Alle Aktien, die ein KBV von kleiner
als eins aufweisen, gelten als unterbewertet.
Die Top-30-Rangliste führt die Aktie der Commerzbank mit einem KBV
von 0,27 an. Auch auf Rang zwei folgt mit der Aareal Bank ein
Finanzinstitut (KBV 0,34). Platz drei nehmen die Anteilscheine der
Baumarktkette Praktiker mit einem KBV von 0,36 ein. Weitere
unterbewertete Aktien – gemessen am KBV – sind Porsche, Pfleiderer,
DIC Asset, Villeroy & Boch, Colonia Real Estate, Air Berlin und IVG
Immobilien. Laut ,Börse Online“ sind allerdings nicht alle dieser
Aktien automatisch kaufenswert. Denn das KBV sollte niemals die
alleinige Grundlage für die Investitionsentscheidung bilden. Weitere
wichtige Kennziffern sind so beispielsweise die Dividendenrendite und
das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).
Aus den 167 unterbewerteten Aktien hat ,Börse Online“ zunächst
diejenigen mit einem Börsenwert unter 50 Millionen Euro aussortiert.
Schließlich gibt es einige Micro Caps mit wenigen Millionen Euro
Marktkapitalisierung, die kaum noch Umsatz machen, deren
Geschäftsmodelle also quasi gescheitert sind. Die Chance, dass diese
Aktien den Abschlag zum Buchwert aufholen, ist gering. Nach diesem
Filter blieben noch 74 unterbewertete Aktien mit Aufholpotential
übrig. Die 30 Papiere, die nach dem KBV am günstigsten waren,
schafften den Sprung in die Top-30-Rangliste.
Pressekontakt:
Christian Scheid, G+J Wirtschaftsmedien, Ressort Geld
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