
Mit dem aufmerksamkeitsstarken Kampagnenkonzept, das international verständlich ist, macht Cheil sich ein weltweites Phänomen zunutze. Rund um den Globus befestigen Liebende sogenannte „Liebesschlösser“ an Brücken, um sich ewige Treue zu schwören. Allein auf der Hohenzollernbrücke in Köln hängen mittlerweile ca. 160.000 Liebeschlösser. Genau hier setzt die Kampagne an, um Aufmerksamkeit für das Unrecht der Zwangsheirat zu schaffen und die Menschen direkt am Point of Interest zu aktivieren. 3500 blaue Liebeschlösser wurden in Form des Kampagnen-Mottos „FREE THE FORCED“ an der Hohenzollernbrücke befestigt. Junge Paare und Passanten der hoch frequentierten Kölner Brücke werden so motiviert, nicht nur selbst ein Schloss zu befestigen, sondern durch eine Spende und Lösen eines der Kampagnenschlösser eine Zwangsverheiratete symbolisch zu „befreien“. Angesichts der zahllosen Schlösser auf der Brücke, die von – in der Regel – selbstbestimmten Partnerschaften künden, soll die Aktion gleichermaßen informieren und emotionalisieren.
Unmittelbare Aktivierung und Einbindung von Smartphones
Für das Öffnen der Schlösser und die Spenden hat sich Cheil Germany eine zeitgemäße und intelligente Mechanik einfallen lassen. Alle Zahlenschlösser sind mit einem QR-Code versehen. Wer diesen mit einer entsprechenden App auf seinem Smartphone scannt, wird zu einer speziellen Spendenseite weitergeleitet und kann ganz einfach per Lastschrift oder Kreditkarte spenden. Für die Aktion wurden extra zwei kostenlose WLAN-Hotspots auf der Brücke eingerichtet. Direkt im Anschluss an die Spende wird auf dem Smartphone der passende Zahlencode für das Schloss angezeigt. Der Spender oder die Spenderin kann dies dann öffnen und als Erinnerung und Dankeschön mitnehmen. Die Spenden gehen zu gleichen Teilen an den UN-Treuhandfonds zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen sowie agisra e.V., die Kölner Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen.
Die Aktion auf der Brücke bildet den Mittelpunkt der Kampagne, die mit PR und Social Media Aktivitäten eine breite Öffentlichkeit auf das Thema Zwangsheirat aufmerksam machen soll. Nach Schätzungen von UNICEF werden weltweit jährlich allein über 60 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. In Deutschland suchen jedes Jahr mindestens 3.500 Mädchen und Frauen nach Hilfe, weil sie von einer Zwangsverheiratung bedroht oder betroffen sind.
Internationale Ausweitung der Kampagne geplant.
Die Aktion soll auf weitere bundesdeutsche Städte ausgedehnt werden und später möglichst international durchgeführt werden. Für Roland Rudolf, Executive Creative Director bei Cheil Germany, und sein Team ist das Projekt der Agentur eine echte Herzensangelegenheit. „Wir waren wirklich erschüttert, als wir lasen, dass weltweit 60 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet werden und das Problem „Zwangsverheiratung“ auch in Deutschland derart aktuell ist“, begründet Roland Rudolf das Engagement der Agentur. „Für uns ging es darum, mehr zu tun, als mit Anzeigen oder Plakaten Opfer zu zeigen und vielleicht Betroffenheit auszulösen. Mit den Möglichkeiten kontextbasierender Kommunikation und der Einbindung von Smartphones in die Kampagne, können wir die Menschen an einem stark frequentierten Ort wie der Hohenzollernbrücke unmittelbar emotional erreichen und aktivieren. Ich könnte mir keinen besseren Ort für den Start der Kampagne vorstellen.“
Weitere Informationen unter:
http://