Im Rahmen der diesjährigen BIOTECHNICA richten
die Deutsche Messe AG und das mikrobiologische Labor MicroMol,
Karlsruhe, ein Symposium zum Thema „Biotechnological Innovation in
Food: Fortschritte in der Lebensmittelproduktion“ aus. Es beschäftigt
sich mit dem Einsatz von neuen biotechnologischen Methoden in der
Lebensmittelproduktion sowie aktuellen Entwicklungen in der
Gesetzgebung.
Der Einsatz von Biotechnologie in der Lebensmittelerzeugung und
-verarbeitung ist heutzutage Standard. Die Produktion von Brot,
Alkoholika, Käse oder Sauerkraut gelingt nur mit dem Einsatz von
Enzymen aus den unterschiedlichsten Mikroorganismen. Moderne
Biotechnologie kann darüber hinaus noch mehr für die
Lebensmittelindustrie tun. Neben neuen Produkten sind
Kosteneinsparungen durch effizientere Produktionsverfahren,
effektiverer Einsatz von Mikroorganismen oder die Verbesserung von
Qualität, Haltbarkeit und Nährwert nur einige der Möglichkeiten.
Biotechnologische Methoden werden auch dazu genutzt,
Charakteristika von Nahrungsmitteln so zu verändern, dass diese für
den Verbraucher wohlschmeckender und gesundheitsfördernd sind.
Beispiele sind kernlose Trauben, geschmacksintensivere Tomaten oder
koffeinfreier Kaffee. Zudem lässt sich die Lebensmittelsicherheit
mittels neuer sensitiver Detektions- und Analysemethoden positiv
beeinflussen. Krankheitserreger in Lebensmitteln können auf diese
Weise frühzeitig und gezielt nachgewiesen werden. Die sensitivsten
Nachweismethoden für mikrobielle Kontaminationen oder toxische Stoffe
werden über Monoklonale Antikörper, Realtime-PCR
(Polymerase-Kettenreaktion) oder mit Biosensoren durchgeführt.
Allergennachweise wurden über Biotechnologie überhaupt erst möglich.
Der Nutzen von biotechnologischen Methoden für die
Lebensmittelerzeugung, -verarbeitung und -überwachung liegt klar auf
der Hand. Dem stehen jedoch Vorbehalte von Verbrauchern gegenüber,
die insbesondere die Gentechnik oder vielmehr gentechnisch veränderte
Organismen ablehnen. Diese Diskussion wird im Rahmen der neuen
Vortragsveranstaltung am 5. Oktober wieder aufgenommen. Das
Fachsymposium richtet sich an Entscheidungsträger aus allen Bereichen
der Lebensmittelproduktion, die verantwortlich sind für
Zielkonzeption, Produktentwicklung, Qualitätsmanagement, Analytik
oder Forschung & Entwicklung sowie Interessierte aus der
Lebensmittelüberwachung. Für biotechnologisch arbeitende Unternehmen
gibt das Fachsymposium einen Einblick in den Lebensmittelmarkt mit
seinen Möglichkeiten und Grenzen.
Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany, Vorsitzender des CEF-Panels der
Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, wird Teilnehmer
aus der Lebensmittelindustrie in das Themengebiet einführen und
Biotech-Unternehmen die Möglichkeiten des Lebensmittelmarktes
aufzeigen. Experten wie Dr. Michael DeVrese vom Institut für
Physiologie und Biochemie der Ernährung am Max-Rubner-Institut,
Karlsruhe, und Dr. Markus Schuppler vom Institute of Food, Nutrition
and Health der ETH Zürich geben einen Einblick in die
Einsatzmöglichkeiten.
Neue rechtliche Regelungen sollen die umfassende
Verbraucherinformation über den Einfluss gentechnischer Verfahren im
Produktionsprozess sicherstellen. Prof. Dr. Moritz Hagenmeyer von der
Sozietät KROHN Rechtsanwälte in Hamburg erläutert, was gesetzlich für
den Einsatz der Biotechnologie vorgeschrieben ist, und welche
Pflichten (z. B. Kennzeichnungsvorschriften) auf die Anwender
zukommen. Dr. Marianna Schauzu, Geschäftsführerin der
Sachverständigenkommission des Bundesinstituts für Risikobewertung
BfR und Mitglied der OECD Task Force for the Safety of Novel Foods
and Feeds, wird die Gefahrenpotenziale einordnen.
Das Symposium ermöglicht damit einen ersten Kontakt zwischen
Lebensmittelindustrie und Biotechnologie, erleichtert den Einstieg in
die Thematik und zeigt Perspektiven auf. Die Veranstaltung findet am
5. Oktober, 10 bis 17.30 Uhr, Raum Heidelberg, Convention Center, auf
dem Messegelände Hannover statt.
Weitere Informationen zum Fachsymposium erhalten Sie unter
www.biotechnica.de/80559
Pressekontakt:
Ansprechpartnerin für die Redaktion bei der Deutschen Messe:
Katharina Siebert
Tel.: +49 511 89-31028
E-Mail: katharina.siebert@messe.de
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