
Gleichzeitig sei die Bundesregierung nun gefordert, die Energiewende in Deutschland weit ambitionierter als bislang voranzubringen. Aktuell werde das deutsche Klimaschutzziel in 2020 um bis zu 8 Prozentpunkte verfehlt, wie der aktuelle Klimaschutzbericht des Bundesumweltministeriums belegt. „Nur durch einen konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien und deren stärkere Nutzung im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor können wir die Klimaschutzziele in 2020 und darüberhinaus erreichen“, erklärt Geschäftsführerin Janet Hochi.
Die stärkere Nutzung von Bioenergie sieht der Biogasrat dabei als eine wesentliche Säule. „Allein in 2014 hat der Einsatz von Bioenergie Treibhausgasemissionen in Höhe von 65,4 Mio. Tonnen CO2-Äq. im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor vermieden. Mit 43,3 % ist die Bioenergie der Spitzenreiter unter den erneuerbaren Energien bei der Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen. Der Beitrag der Bioenergie zum Klimaschutz muss erhalten und weitere Potenziale zügig erschlossen werden“, appelliert der Verband.
Mit Blick auf die aktuelle Reform des EEG 2016 erneuert der Biogasrat+ seine Forderung an das Bundeswirtschaftsministerium (BMWI), “eine ehrliche Kostendebatte zur erneuerbaren Stromerzeugung zu führen“. Insbesondere bei der Beurteilung der Stromerzeugungskosten von Biomasse vernachlässige das BMWI den Mehrwert den insbesondere Biomethan und Biogas durch die gleichzeitige grüne Strom- und Wärmeerzeugung systemdienlich erbringen. In einem Energiesystem, dass auf dezentrale Energieerzeugung und primär fluktuierende erneuerbare Energien setze, wachse auch die Nachfrage an bedarfsgerecht und flexibel nutzbarer Energieerzeugung, um Schwankungen im System auszugleichen. „Genau hier liegt die Stärke des CO2-neutralen Energieträgers Biomethan, bei dem die Herstellung und die Produktion von Strom und Wärme zeitlich und räumlich entkoppelt sind, das Gasnetz als kosteneffizienter grüner Speicher genutzt wird und die Einspeisung von Strom flexibel nach Produktions- und Verbrauchsprognosen erfolgt“, betont die Geschäftsführerin des Biogasrat+.