„Der deutsche Außenhandel hat im ersten Halbjahr
2010 eine atemberaubende Aufholjagd gestartet. Eindeutige
Wachstumstreiber bleiben die Schwellenländer, allen voran China und
Brasilien. Aber auch der Außenhandel mit den europäischen Ländern
zeigt wieder deutliche Anzeichen einer Belebung. Davon, dass wir uns
in eine einseitige Abhängigkeit von China begeben würden, kann keine
Rede sein. Mit einem Anteil von 5,5 Prozent an den deutschen
Ausfuhren liegt das Reich der Mitte absolut gesehen immer noch
deutlich hinter Frankreich, den Niederlanden, den USA, Großbritannien
oder auch Italien. Was China jedoch derzeit so wichtig macht, ist die
Dynamik des Wachstums: Mit einem Anstieg um über 50 Prozent im ersten
Halbjahr ist die chinesische Nachfrage die dringend benötigte
Adrenalinspritze für die deutsche Konjunktur. Insbesondere die in der
Krise schwer gebeutelten Branchen Maschinenbau und Kfz-Industrie
profitieren davon.“ Dies erklärt Anton F. Börner, Präsident des
Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V.
(BGA), zu den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten
Außenhandelszahlen für das erste Halbjahr 2010.
Demnach wurden in diesem Zeitraum Waren im Wert von 458,3
Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 383,6 Milliarden
Euro importiert. Damit stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die
deutschen Ausfuhren insgesamt nominal um 17,1 Prozent und die
Einfuhren um 15 Prozent. Der Außenhandelsüberschuss betrug damit 74,7
Milliarden Euro, nach 57,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2009.
„Obwohl wir derzeit besser dastehen als unsere Nachbarn schauen
wir nur verhalten optimistisch ins vierte Quartal und ins nächste
Jahr 2011. Die Ursache dafür liegt in den Risiken aus den ungelösten
Schulden- und Währungsproblemen. Die Krise schwelt weiter. Durch die
Rettungsaktionen der EU wurde bislang nur Zeit gekauft. Es gibt
berechtigte Zweifel am ernsthaften Sparwillen insbesondere der
südeuropäischen Länder. Das Managen der Schuldenkrise und der Abbau
der Staatsdefizite sind der einzige Schlüssel für einen lang
anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung. Hier sind die
wirtschaftlichen Eliten gefordert, dies der Bevölkerung in Europa
klarzumachen“, so Börner abschließend.
36, Berlin, 14. September 2010
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