Um das überdurchschnittliche Engagement seiner teilweise schon langjährigen Kooperationspartner zu würdigen, verleiht das BBW Dresden 2017 zum ersten Mal den Inklusionspreis „Wegbereiter“.
Erster Preisträger ist aufgrund ihres außerordentlichen Einsatzes für die berufliche Integration junger Menschen mit Handicap die Visit Ingenieurbüro GmbH. Der Einsatz des Städtischen Krankenhauses Dresden-Neustadt und des REWE Marktes Frank Scharschuh, Radebeul werden im Rahmen der Verleihung des Inklusionspreises mit einer Urkunde gewürdigt.
Inklusionspreis als Anerkennung für außerordentliches Engagement
Forschung, Entwicklung, Lehre und IT-Beratung – diese Themen beschäftigen Dr. Frieder Weidhase an langen Arbeitstagen in seinem Dresdner Ingenieurbüro oder an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Darüber hinaus hat sich Prof. Weidhase noch einer anderen Aufgabe verschrieben: Er setzt sich in seiner Firma für Jugendliche ein, die es aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen schwerer haben, einen Arbeitsplatz finden.
Seit 2009 arbeitet er mit dem Berufsbildungswerk Dresden (BBW) zusammen. In seinem Ingenieurbüro bietet er den Azubis Praktikumsplätze, bildet sie gemeinsam mit dem BBW aus und stellt Absolventen ein.
Auch wenn die Jugendlichen gesundheitliche Einschränkungen haben – meist psychische Beeinträchtigungen wie Autismus – setzt er sie bei anspruchsvollen und komplexen Projekten der Softwareentwicklung ein. Dabei liegt ihm die persönliche und fachliche Entwicklung der jungen Leute besonders am Herzen. Mit seinen fordernden Aufgaben gibt er den Azubis das Gefühl, wertgeschätzt zu werden, in ihrer Persönlichkeit anerkannt zu sein.
Doch nicht immer läuft alles rund. Schwierigkeiten und Rückschläge aufgrund der Erkrankung bei den Jugendlichen fordern von Prof. Weidhase und seinem Team pädagogisches Geschick und vor allem Ausdauer.
Kooperationspartner für praxisorientierte Ausbildung
Im Berufsbildungswerk Dresden werden zirka 300 Jugendliche mit Handicap praxisorientiert ausgebildet. Um diesem Anspruch der Praxisnähe gerecht zu werden, ist die Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen erforderlich. Sie bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, Abläufe in der betrieblichen Praxis im Rahmen von Praktika oder der gemeinsamen Ausbildung VAmB (Verzahnte Ausbildung mit Berufsbildungswerken) kennenzulernen. Die Partner aus Wirtschaft und Verwaltung müssen das Potential von jungen Menschen mit einer Behinderung sehen und bereit sein, sie zusätzlich zu unterstützen.