Beleg für Technologie-Evolution

Der Anteil von Gründungen, die im Forum Kiedrich mit neuen
Produkten und Lösungen – vorwiegend bezogen auf die Informations-und Kommunikationstechnologie – an den Start gingen,stieg im Verhältnis zur Gesamtzahl aller eingeladenen Vorstellungskandidaten von 18 Prozent in den Jahren 1997 bis 2001 auf 42 Prozent in den Jahren ab 2002. In Zahlen ausgedrückt,erfüllten in der Anfangszeit der bundesweit ausgerichteten Forumsarbeit 64 Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer mit Vorhaben auf Grundlage einer lizenzfähigen Produktentwicklung die Anforderungen zur Vorstellung im Expertennetzwerk. In den Folgejahren waren dies 161.

Auf den bislang 26 Forum Kiedrich Gründermärkten traten mit
einer seltenen grundsätzlichen technischen Innovation 16 von insgesamt 733 Vorstellungskandidaten auf – darunter ein Anbieter für opto-elektrische Filter, ein Expertenteam für Beschichtungstechnologie, ein Unternehmen mit Verfahren zur blutfreien Glucosegewinnung und ein anderes zu bislang unbekannten Wasser speichernden Materialien. Mit 438 Kandidaten entfiel die große Mehrheit unter den diskutierten Vorhaben auf IT-gestützte Dienstleistungsangebote. Neuerdings sind hierbei spezialisierte Internet-Portale überproportional vertreten. Hinzu kamen 53 innovative lokale Gründungen an unterschiedlichen Standorten in Deutschland, davon drei als Aufkäufe existierender Unternehmen durch das Management.

Die Verantwortlichen des Forums schließen aus der Verteilung, dass ihre Arbeit als Netzwerk vor allem dort von Bedeutung ist, wo es um kundenorientierte Anpassungen von Technologiesprüngen geht. In der Forschung wird dieses Phänomen als ‚Korallenriffeffekt’ bezeichnet. „Viele Geschäftskonzepte haben gemeinsame Ahnen, die über vielfältiges Kombinieren und Weiterentwickeln zu diesen neuen Angeboten gewachsen sind. Dieser Prozess des aus sich selbst heraus Kreierens ist typisch für die High-Tech Ökonomie“, erklärt Claudia Erben, Geschäftsführerin des Forum Kiedrich, diese Entwicklung.

Um den Jahrtausendwechsel herum hätten sich beispielsweise die wesentlichen Preismodelle zur empfehlungsorientierten Bezahlung im Internet, zu Auktionen und zur Werbefinanzierung herausgebildet. Seitdem würden sie auf immer neue Geschäftssituationen ausgedehnt, d. h. wie Bausteine einer fortschreitenden Evolution genutzt. Ähnlich verhalte es sich, so Erben, mit der auf Basisinnovationen aus dem Jahr 2004 zurückzuführenden Portal- und mit der seit drei Jahren existenten iPod App-Technologie. In Verbindung mit Diensten zur Standortortung seien dies die wesentlichen Bausteine für Geschäftsideen, die dem Nutzer als mobile Lösungen angeboten würden.

Im Einklang mit führenden Ökonomen belegt dies laut den Machern von Forum Kiedrich ein Grundmuster: Wo eine Verwurzelung im Markt mit signifikanten Marktanteilen stattgefunden hat, ist zyklisch mit weiteren Technologieentwicklungen zu rechnen. Diese ziehen mit hoher Wahrscheinlichkeit weiteres Marktwachstum nach sich.

Neben denjenigen Gründungsvorhaben, die direkt mit angewandter Informationstechnologie verbunden sind, wurden im Forum auch sonstige technologienahe Vorhaben begutachtet. Insgesamt 153 Kandidaten stellten seit 1997 herausragende Technologieanwendungen für Maschinenbau, Medizin, Solartechnik,Telekommunikation und Ökologie vor – darunter mehrheitlich lizenzfähige Produkte. Zu den aktuellen Trends gehört, dass Gründer sich mit Themen rund um das Wasser als knappe Ressource befassen. Claudia Erben zu dieser Themenvielfalt: „Wer bei uns antritt, findet überraschende Kontakte.
Das ist vor allem wichtig für junge Unternehmer, aber auch für Business Angels, die unsere Gründermärkte als Echolot in die Tiefen des technisch-innovativen Gründungsgeschehens in Deutschlands nutzen. Und – es wird dadurch einfach lebendiger.“

Der nächste Gründermarkt findet am 26. Juni 2010 in der Landeshauptstadt Wiesbaden statt. Einladungen erfolgen auf
Grundlage persönlicher Anmeldung.