Bei der Herabstufung Spaniens steckt der Teufel im Detail der Bankenfinanzierung

Die Senkung der Kreditwürdigkeit Spaniens um zwei Stufen von A auf BBB+ durch Standard & Poors (S&P) am vergangenen Freitag, hat die Märkte nicht sonderlich überrascht. Ähnlich war es am darauffolgenden Montag als S&P ankündigte, dass einige der größten Banken des Landes folgen würden.

Die Schlagzeilen widmeten sich überwiegend der Langfristbewertung Spaniens während nur wenig über die Herabstufungen der kurzfristigen Ratings von der erstklassigen Note A-1 auf die zweitklassige Bewertung A-2 berichtet wurde.

Was damit verbunden ist, liegt nicht sofort auf der Hand, da Ratings in der Regel auf Langfristhorizonte angewendet werden. So befasst sich auch die politische Berichterstattung meistens mit Sparprogrammen, die mehrere Jahre andauern.

Wie schon der Name nahelegt, reflektieren kurzfristige Ratings das Kreditprofil eines Emittenten in naher Zukunft, häufig über einen Horizont von nur einem Jahr. Für ein Land, das langjährige strenge Sparprogramme angeschoben hat, ist das in der Tat ein eher kurzer Zeitraum. Entsprechend wenig Beachtung erfahren die kurzfristigen Ratings.

Doch ihre Bedeutung ist speziell für die Geldmärkte entscheidend, vor allem weil Geldmarktfonds höchster Anlagequalität nicht in zweitklassige Kreditbonität investieren dürfen. Nach den Kriterien von S&P betrifft dies nun nicht mehr nur Italien, sondern auch Spanien und einige seiner größten Banken, die auf A-2 gesetzt wurden.

In der Praxis scheuen etliche Geldmarktfonds bereits seit einiger Zeit Randländer der Eurozone und deren Banken. Doch dass sie nun offiziell gemieden werden müssen, deutet auf eine entscheidende Wendung hin. Denn Geldmarktfonds waren traditionell für Banken eine wichtige Finanzierungsquelle.

Aus Sicht der Banken wird hier für eine Weile das LTRO-Programm der Europäischen Zentralbank in die Bresche springen können. Doch scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Märkte sich über die kurzfristig entstehende Kreditklemme wieder den langfristigeren Liquiditätsaussichten in Spanien zuwenden müssen. Insofern könnte sich die Ankündigung von S&P noch als extrem wichtig herausstellen.

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