Baugewerbe legt erstmals Schwarzbuch Bau vor

„Die rückläufige Entwicklung der Bauwirtschaft, die
seit vielen Jahren anhält, kann uns nicht zufriedenstellen. Sie ist
Resultat deutlich rückläufiger Investitionen wie auch konsequenter
Missachtung einer primär Investitionsgüter herstellenden Branche
durch die Politik. Wir haben daher in diesem Jahr zum ersten Mal ein
Schwarzbuch Bau veröffentlicht, in dem wir verdeutlichen, welche
Chancen, auf mehr produktive Arbeitsplätze, auf höhere Einnahmen
unseres Gemeinwesens und damit auf mehr Wohlstand uns entgehen, wenn
die politisch Verantwortlichen der volkswirtschaftlichen Bedeutung
unserer Branche weiterhin keine ausreichende Beachtung schenken.“ So
der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes,
Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, zur Veröffentlichung des
Schwarzbuchs Bau.

Loewenstein zitierte daraus drei Beispiele:

1. Bei der gesetzlichen Unfallversicherung ließe sich allein durch
Änderungen im Bereich der Schwarzarbeit, der Wegeunfälle und einer
Umstellung beim Rentensystem für die bei der BG BAU versicherten
Betriebe eine Entlastung von rund 200 Mio. Euro jährlich erzielen.

2. Durch eine verfehlte Arbeitsmarktpolitik werden gewerbliche
Anbieter von Bauleistungen von der Auftragsvergabe ausgeschlossen und
Arbeitsplätze am ersten Arbeitsmarkt vernichtet sowie reguläre
Unternehmen mit eigenem Stammpersonal vom Baumarkt verdrängt. Dazu
gehören vor allem die sog. Ein-Euro-Jobber sowie das Phänomen der
Scheinselbständigkeit. Hier schließen sich mehrere
Ein-Mann-Unternehmen zu einer Kolonne. Durch Korrekturen dieser
verfehlten Arbeitsmarktpolitik, z. B. durch Abschaffung der
Ein-Euro-Jobs, könnten 50.000 neue reguläre Arbeitsplätze entstehen,
woraus sich Mehreinnahmen bei der Lohnsteuer von 248 Mio. Euro und
bei der Sozialversicherung von 650 Mio. Euro jährlich ergäben.

3. „Im Bereich der Umsatzsteuer haben wir es immer noch mit der
sog. Soll-Besteuerung zu tun; bisher hat die Politik es versäumt,
diese System zu reformieren und die sog. Ist-Versteuerung
einzuführen, was zu einer erheblichen Liquiditätsbelastung für die
Bauunternehmen führt, da die Steuer zum Zeitpunkt der Fertigstellung
und Rechnungsstellung fällig wird; die Zahlung des Auftraggebers aber
erfolgt oftmals wesentlich später. Da das System sehr betrugsanfällig
ist, entgehen den Staat jedes Jahr 4,5 Mrd. Euro Steuergelder.“ so
Loewenstein.

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