Barclays Bank: „Taiwans Wirtschaft kann dieses Jahr noch ein Wachstum von 4 % erreichen.“

Trotz des ersten enttäuschenden Quartals erwartet die britische Bank Barclays weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum der taiwanesischen Wirtschaft in diesem Jahr vor dem Hintergrund eines Investitionsrückflusses und eines höheren Konsums.
„Wir halten die Prognose eines 4-prozentigen Wachstums für das Jahr 2013 aufrecht, obwohl der schwache Start dieses Jahres einige Abwärtsrisiken verursacht hat“, so Leong Wai-ho, Ökonom der Singapur-Niederlassung von Barclays, in einer Studie vom 03. Mai.
Die Zahlen sind höher als die mit 3,6 % dotierte Vorhersage der taiwanesischen Regierung für 2013 und die 3,7 % der inländischen Expertenkommission des Taiwanesischen Instituts für Wirtschaftsforschung, da laut Leong sich das Wirtschaftsklima durch den Trend eines Investitionsrückflusses von taiwanesischen Unternehmen verbessern werde.
Ein Beispiel sei das weltgrößte Chip-Auftragsfertigungs-Unternehmen Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC), das erst vor kurzem bekannt gab, seine Investitionen in die Verbesserung der Fertigungstechniken 2013 zu erhöhen, sagte der Ökonom.
„Außerdem erwarten wir im folgenden Quartal eine Erhöhung des Konsums, der durch eine geringe Arbeitslosenquote, einen stabilen Wohnungsmarkt und Kursgewinne auf dem Aktienmarkt gestützt wird“, äußerte Leong.
In Anlehnung an Regierungsinformationen vom 30. April wuchs Taiwans Inlandsprodukt um nur 1,5 % im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr deutlich unter der Vorhersage Barclays von 3,8 % und der ursprünglichen Prognose der taiwanesischen Regierung von 3,3 %.
Die Hauptursachen für die schwache Entwicklung im ersten Quartal sieht Leong im niedrigen privaten Konsum und im Rückgang der Ausfuhrbilanz. Er erläuterte, dass der Rückgang der Ausfuhrbilanz auf hohe Importe zurückzuführen sei – ein Prozess, der sich wiederum im Zusammenhang mit der Steigerung des Investitionsrückflusses um 11 % gegenüber dem Vorjahr befinde.
Aus der wertschöpfenden Perspektive der Industrie sei die Abschwächung des Wachstums von der Fertigungswirtschaft herbeigeführt worden, die zum Teil die Auswirkungen der Instandhaltungsarbeiten und einen Preissturz in der petrochemischen Industrie weitergebe, sagte er.
Da die Produktion in der Elektronikbranche ebenso im ersten Quartal nahezu stehenblieb, erwartet Leong durch die weltweite Einführung eines neuen Smartphone-Flaggschiffes der HTC Corp. eine Wiederbelebung der Versorgungskette der Technologiebranche im zweiten Quartal.

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