BAHN AG: Führung macht den Unterschied, denn Mitarbeiter verlassen Ihre Führungskräfte – nicht das Unternehmen

Zu der aktuellen Diskussion über das Thema Mitarbeiterzufriedenheit, die anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung der BAHN AG wieder ins Bewusstsein gerückt ist, erklärt der Hamburger TOP Management Coach und Trainer Olaf Hinz:
„Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital. Es gibt kaum eine Phrase, die abgedroschener ist. Aber auch diese Befragung zeigt wieder, wie sich das Kapital behandelt fühlt: ungenutzt!“

Seine These lautet: Fach- und Führungskräfte suchen sich ihren Arbeitgeber nach den Chancen der persönlichen Sinn-Erfüllung. Kurzum: es geht nicht nur um Geld, sondern auch um Haltung. Wer das nach außen verkaufen will, muss zunächst vor der eigenen Tür kehren. Es braucht auch intern Werte und eine Haltung der Führungskräfte, die durch Sinn und Zusammenhang motivieren, statt „von oben“ zu regieren.

Nun beginnt der Schweinezyklus der Unzufriedenen von Neuem, beobachtet der ehemalige Büroleiter von Peer Steinbrück: Die wirtschaftliche Lage lässt es zu, die Wechselphase beginnt– die Fluktuationsquote steigt. Dann wird gehandelt, mit Gehaltserhöhungen, variablen Vergütungsmodellen, neuen Titeln, Dienstwagen und Gummibaum im Büro. Dabei ließen sich Mitarbeiter leicht ans Unternehmen binden, meint Hinz, der viele Führungskräfte im oberen und mittleren Management berät: durch Haltung und Verhalten der direkten Führungskraft.

„Unzufriedene Mitarbeiter verlassen Ihre Führungskraft und nicht das Unternehmen! Führung wird damit zum größten Aufzinsungsfaktor für das wichtigste Kapital: Wie jede einzelne Führungskraft handelt – das macht zukünftig den Unterschied!“,
folgert der bekennende Hanseat, der seine Kunden darin unterstützt, ihre Aufgaben mit seemännischer Gelassenheit zu erfüllen.

„Herausragende Mitarbeiter erreichen und motivieren Sie nicht mit Gehaltserhöhungen, neuen Titeln und Dienstwagen allein – vielmehr suchen diese Sinn und Haltung bei ihren Führungskräften.“

Führung bedeutet, sich um die Erreichung des Unternehmenszieles und seine Mitarbeiter gleichermaßen zu sorgen. Wer Führungsstil so versteht, dass sich die Mannschaft seinem sichtbaren Stil anzupassen hat, wird scheitern, prophezeit Olaf Hinz.
Führungskräfte sind für Ihre Mitarbeiter da und nicht umgekehrt! Damit endlich Schluss sei mit der Idee, effektive Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter motivieren, fordert Hinz, zu dessen Kunden DAX Konzerne genauso wie Familienunternehmer gehören.

„Meine Beobachtung ist: Effektive Führungskräfte agieren aus einer Haltung der Gelassenheit und wissen, dass Sie Mitarbeiter nicht „motivieren“ können. Sie nutzen deren Eigeninitiative indem Sie mit Sinn und Zusammenhang führen – Führungskräfte nehmt also Haltung an!“ rät Hinz.
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Olaf Hinz ist Top-Management-Berater und ehemaliger Büroleiter von Peer Steinbrück. Er fordert von Führungspersönlichkeiten in Wirtschaft und Gesellschaft ein wirksames Management jenseits von Tools und Checklisten. Hinz ist Autor zahlreicher Artikel und Bücher. Er steht für Interviews zur Verfügung.