Ausstellung „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess“ im Landgericht Ansbach

Ausstellung „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess“ im Landgericht Ansbach
Logo BDÜ Landesverband Bayern e.V. , Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ)
 

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ), Landesverband Bayern, zeigt in Zusammenarbeit mit dem Landgericht Ansbach vom 21. Februar bis 14. März die Ausstellung „Dolmetscher und Übersetzer beim Nürnberger Prozess 1945/46“ mit Bildern und Texten zum Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess. Zu sehen ist eine Foto-Ausstellung des BDÜ mit 40 Fotos des amerikanischen Militär-Fotografen Ray D’Addario. Seine eindrücklichen Bilder dokumentieren die Prozessatmosphäre und die Rolle der Dolmetscher und Übersetzer. Die Ausstellung zeigt außerdem Artikel der Fränkischen Landeszeitung aus dieser Zeit, die die Bevölkerung über den Prozess informierte.

„Die Bilder der Ausstellung machen die Arbeit der Dolmetscher und Übersetzer sichtbar“ so Martina Hesse-Hujber, Vorsitzende des BDÜ Landesverbandes Bayern. Die Nürnberger Prozesse gelten als die Geburtsstunde des Simultandolmetschens. Beim Simultandolmetschen hört und spricht ein Dolmetscher gleichzeitig. Üblich war bis zu diesem Zeitpunkt das zeitversetzte oder auch „konsekutive“ Dolmetschen. Doch das hätte zu lange gedauert, denn es galt, binnen kurzer Zeit in vier Sprachen zu kommunizieren. Die Lösung brachte eine neu entwickelte Simultandolmetschanlage: Die Dolmetscher hörten über Kopfhörer den Originalton und dolmetschten unmittelbar in ein Mikrofon. Hesse-Hujber: „Dolmetscher und Übersetzer spielen bis heute eine wichtige Rolle in der globalisierten Welt.“ Nach Schätzungen des Verbandes wird beispielsweise in jedem fünften Verfahren ein Gerichtsdolmetscher benötigt.

Dr. Theodoros Radisoglou, selbst beeidigter Dolmetscher und Übersetzer, hat die Foto-Ausstellung für den BDÜ konzipiert und die Bilder ausgewählt. Eines der Fotos zeigt die technischen Utensilien der Dolmetscher im Nürnberger Prozess: Zu sehen sind Mikrofon und Kopfhörer sowie eine gelbe und eine rote Lampe, die an der Richterbank und den Rednerpulten angebracht waren. Mit der gelben Lampe gaben die Dolmetscher ein Signal, wenn zu schnell gesprochen wurde. Das rote Licht leuchtete, wenn die Anlage ausfiel, was bisweilen geschah. Die Ausstellung ist ab 21. Februar zu den Öffnungszeiten des Landgerichts Ansbach geöffnet: Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter:
http://www.bdue-bayern.de