
Auf heißem Pflaster unterwegs
Trotz ihres anspruchsvollen Berufes sind Auslandsmonteure und Servicetechniker kaum im öffentlichen Blick. Politiker und Wirtschaftsdelegierte schütteln nach millionenschweren Vertragsabschlüssen die Hände mit nigerianischen Politikern, saudi-arabischen Herrschern, iranischen Mullahs oder mexikanischen Industriellen. Sie lächeln in die Kameras nach dem Motto: Das war´s dann. „Das war es eben nicht! Die deutschen Maschinen und Anlagen sind in diesen Momenten bestenfalls verkauft. Es steht noch keine einzige“, meint Kundri Böhmer-Bauer. Die Ethnologin und interkulturelle Trainerin ist auf Sicherheitstrainings für Krisenregionen spezialisiert. „Es sind die Auslandsmonteure und Servicetechniker, die jetzt zum Einsatz kommen und die für mich die Helden der Unternehmen sind. Männer, die vor Ort die Maschinen aufbauen und funktionsfähig den Partnern übergeben, oder die rund um die Welt jetten, um Maschinen zu warten und zu reparieren. Und zwar heute in Lagos, nächste Woche in Riad und die Woche darauf in Teheran oder Acapulco.“ Das sind – aus völlig unterschiedlichen Gründen – Orte mit heißem Pflaster. Was fasziniert die Auslandsmonteure und Servicetechniker an ihrem Beruf, der sie nicht nur in Metropolen, sondern auch in Wüsten, in Häfen und auf Bohrinseln verschlägt? Böhmer-Bauer: „Die meisten der Männer – und ich hatte bisher ausschließlich männliche Monteure und Servicetechniker in meinen Seminaren – sind zwischen 25 und 45 Jahre alt. Einige machen den Job aus Abenteuerlust und um die Welt zu sehen, andere, weil die Arbeit gut bezahlt wird, wieder andere aus beiden Gründen.“
Die Männer wünschen sich fundierte Vorbereitung
Seit über zehn Jahren bietet Böhmer-Bauer die interkulturellen Sicherheitstrainings an und hat festgestellt, dass das Sicherheitsbedürfnis der Monteure und Servicetechniker erheblich ansteigt, sobald Familie da ist, kleine Kinder. Spätestens dann werden die Männer zunehmend kritisch in Bezug auf ihre Einsatzorte und auf den Arbeitgeber bzw. seine Handhabung der Sorgfaltspflicht. „Aber generell wünschen sich immer mehr der Monteure und Servicetechniker eine fundierte Vorbereitung auf ihre Einsätze, auch wenn sie noch ungebunden sind“, weiß Böhmer-Bauer, „Krisengebiete und riskante Regionen werden derzeit auf unserer Erde leider nicht weniger und die Zeiten sind vorbei, in denen man die Männer einfach >>ins kalte Wasser werfen>Warum habe ich das Training erst jetzt bekommen? Es hätte mir so viel Ärger und Stress erspart.