Aufstieg auch für Nicht-Akademiker: Das geht!

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist der Weg in der Bildung für die meisten Kinder vorgezeichnet. Eltern mit akademischem Grad legen einen höheren Wert auf gehobene Bildung. Kinder aus nicht akademischen Haushalten bestreiten zu 75 Prozent einen niedrigen bis mittleren Bildungsweg. Bleibt diesen die Aufstiegschance verwehrt? Nicht ganz.

Zum Ende der Grundschule

Je nach Bundesland entscheidet bereits das Zeugnis der dritten Klasse über den weiteren Schulverlauf. Während für Kinder aus akademischen Haushalten der Weg zum Gymnasium fast wie selbstverständlich offensteht, müssen Kinder aus Haushalten ohne Universitäts- oder Hochschulabschluss trotz identischer Leistung auf die Real- oder Gesamtschule. Nur ein Bruchteil schafft es aufs Gymnasium und setzt seinen Weg später auf der Universität oder Hochschule fort. Lehrer, die die Empfehlungen für die weiterführende Schule nach dem Grundschulabschluss erteilen, beurteilen häufig zu subjektiv. Das entscheidet aber nicht allein darüber, ob ein Kind später studiert oder eine schulische oder betriebliche Ausbildung im Mittelstand absolviert.

Universitätsverweigerer in allen Gesellschaftsschichten

Es gibt junge Absolventen mit Hochschulreife, die sich bewusst gegen akademische Bildungslehrgänge entscheiden. Dennoch sind sie bestrebt, eines Tages beruflich aufzusteigen. Einfach ist das nicht, unrealistisch dennoch nicht. Der Weg ist ein anderer und viele nehmen in dem Zusammenhang gerne das Wort „Fachidiot“ in den Mund. Was auf den ersten Blick negativ klingt, darf ruhig als Chance verstanden werden. Durch die hohe fachliche Eignung hat es schon so manch ein Universitätsverweigerer in höhere Positionen geschafft. Besonders junge Unternehmen mit modernen Strukturen lassen sich von der Fachkompetenz eines Bewerbers überzeugen. Das liegt auch an einer insgesamt ungerechten Beurteilungsstruktur an den deutschen Bildungseinrichtungen. Zu oft spielt Geld eine wichtige Rolle, wenn es um die Verteilung einzelner Noten geht. Ein Tabuthema, dass vor allem junge Studenten immer mehr in den Fokus rücken möchten, teilweise aber durch ihren eigenen Haushalt ausgebremst werden.

Wie man sich auf die Führungsrolle (auch ohne Studium) vorbereitet, entscheidet darüber, ob das angestrebte Ziel erreicht wird. Experte zu sein, setzt voraus, über Expertise zu verfügen und sich den Betrieb auszusuchen, der den Mitarbeitern ohne Studienabschluss ebenso zuhört wie den akademischen Führungskräften. Das ist oft mit einer langen Suche verbunden. Wer über ein finanzielles Polster verfügt und eine nachhaltige Geschäftsidee verfolgt, macht sich selbst zur Führungskraft seines eigenen Start-ups. Ist das Unternehmen in der angesiedelten Branche etabliert, sollte der Verkauf an einen Konzern geprüft werden, mit der Bedingung, einen Festvertrag in der Führungsetage des Käufers zu erhalten. Lernen bedeutet nicht an einer Universität oder Hochschule seinen Abschluss zu machen, es gibt auch andere Lehrgänge, die auf eine gehobene Position vorbereiten.

Lehrabschlüsse für angehende Führungskräfte ohne akademischen Grad

In Deutschland bieten Bildungseinrichtungen für Erwachsene spezielle Programme für potenzielle Führungskräfte ohne akademischen Grad an. In der Regel schlagen die Unternehmen geeignete Mitarbeiter vor. Bleibt die Kompetenz den Führungskräften im Betrieb verborgen, sollten Angestellte ohne Universitätsabschluss diese auf die eigenen Fähigkeiten hinweisen und ihren Ehrgeiz hinterlegen. Angestellte haben sogar einen gesetzlichen Anspruch auf jährliche Bildungstage im Rahmen ihrer Arbeitszeit. Zwar reicht die Anzahl der Tage für einen Lehrabschluss nicht aus, ist aber ein Anfang. Die restliche Lehrzeit ist mit der Arbeitszeit zu kompensieren, sodass langfristig das Unternehmen von dem angeeigneten Fachwissen profitiert. Es bedarf also nur Mut und ein offenes Visier, um ohne akademische Bildung den Aufstieg im Beruf zu schaffen.