Auch zwanzig Jahre nach der Einheit sind sich viele
Ost- und Westdeutsche immer noch fremd. Weit verbreitet sind die
Klischees von den arroganten „Wessis“ und den jammernden „Ossis“.
Klare Fortschritte und Vorzüge der Wiedervereinigung für Ost und West
werden hüben und drüben gerne kleingeredet. Beklagen die Ostdeutschen
zu recht, dass das vereinte Deutschland eine Republik der
Westdeutschen ist? Wurde den Ostdeutschen die Würde genommen? Nimmt
nur der Osten und gibt nur der Westen? Ist ein Ende des mühsamen
Prozesses der Wiedervereinigung absehbar? Ãœber diese und andere
Fragen diskutiert Thomas Leif mit seinen Gästen am Montag, den 4.
Oktober 2010, vor Ort in der Landesvertretung Baden-Württemberg in
Berlin sowie ab 23.00 Uhr im SWR Fernsehen. Seine Gäste sind:
– Bernhard Vogel, CDU, ehemaliger Ministerpräsident von
Rheinland-Pfalz und von Thüringen
– Wolfgang Thierse, SPD, Vizepräsident des Deutschen Bundestages
Seit der Wiedervereinigung sind rund 1,5 Billionen Euro in den
Osten geflossen. Der Solidarpakt II läuft noch bis 2019 und soll
Ostdeutschland nochmals rund 156 Mrd. Euro bringen. Während im Osten
der Wiederaufbau langsam vorankommt, verrotten manche Städte im
Westen. Bislang sind über eine Million Menschen aus Ostdeutschland in
den Westen gegangen. Viele von ihnen beklagen den Verlust ihrer
Identität, während die Westdeutschen ihnen umgekehrt Undankbarkeit
und mangelndes politisches Interesse vorwerfen. Die Debatten zeigen:
Der Einigungsprozess läuft, aber er läuft wesentlich langsamer, als
viele Deutsche vor zwanzig Jahren im Freudentaumel erwartet hatten.
„2+Leif““ wird am Montag, 4. Oktober, von 23.00 Uhr bis 23.30 Uhr
im SWR Fernsehen ausgestrahlt. Kostenlose Zuschauerkarten gibt es
unter Tel. 030/20190236.
Pressekontakt: Wolf-Günther Gerlach, Tel.: 06131/929-3293,
wolf-guenther.gerlach@SWR.de.