Als Kind stelle sich die Angelegenheit noch so einfach wie emotional dar: Auf Astronaut, Fußballspieler, Tierärztin oder Pilot würde meist die Wahl fallen. Tatsächlich spielen später rein rationale Überlegungen, Trends auf dem Arbeitsmarkt oder Meinungen aus dem Freundeskreis die größte Rolle bei der Entscheidung für die einzuschlagende Karriere. „Nach einigen Jahren im Berufsleben holt die Wirklichkeit manch einen jedoch ein: Der Job macht nicht wirklich Spaß, Arbeit wird als Last empfunden, Stress baut sich auf“, sagt Ralf Overbeck. Studien belegen, dass zurzeit in Deutschland rund 90 Prozent aller Berufstätigen unzufrieden sind mit ihrer aktuellen beruflichen Tätigkeit.
Doch warum wollen so viele daran nichts ändern oder sich nicht bewegen? Ralf Overbeck kennt die Antwort: „Bewegen heißt Veränderung, Veränderung kostet Kraft, birgt Unsicherheit und verursacht häufig Angst, Neid oder Missgunst.“ Wer sich zu seinem Beruf auch berufen fühle, werde über das Mittelmaß hinauskommen. „Denn die eigenen Stärken, Neigungen, Interessen und Potenziale einzusetzen, macht Spaß, und das sind wesentliche Kennzeichen für eine sinnvolle Berufswahl und einen erfolgreichen und nachhaltigen Einstieg in das Berufsleben.“
Die Entscheidung, seinen Talenten zu folgen, stelle viele Menschen vor eine große Herausforderung. Das kann Overbeck aus seiner täglichen Arbeit als Coach berichten, wenn er sich mit Arbeitnehmern auf die Suche nach der fehlenden „Lust am Arbeiten“ und der „Identifikation mit dem, was wir tun“ macht. „Menschen spüren genau, was ihnen gut tut oder Spaß macht. Häufig fehlt nur der Mut, eigene Entscheidungen zu treffen und diese dann auch umzusetzen.“