Die Aussichten für das Geschäft mit dem Bau und der Ausrüstung von Atomkraftwerken ist für den französischen Kerntechnik-Konzern Areva nach dem Reaktorunglück von Fukushima nicht schlechter geworden. Insbesondere die deutsche Konzerntochter Areva NP GmbH in Erlangen erwartet sogar steigende Umsätze und neue Marktchancen. „Wir erwarten ein deutlich anziehendes Nachrüstgeschäft, wenn die Lehren aus Fukushima gezogen sind und praktisch umgesetzt werden“ sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Areva NP GmbH, Ulrich Gräber in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ (Montagsausgabe). „Stornierungen gab es nicht“, sagte Gräber: „Im Gegenteil merken wir ganz deutlich, dass im europäischen und weltweiten Ausland unsere deutsche Ingenieurskunst und unser Wissen über die Sicherheit von Atomkraftwerken jetzt noch stärker gefragt sind.“ Erstmals hofft Areva auf Zutritt zu dem bislang abgeschotteten japanischen Markt. „Nach Fukushima sehen wir zum Beispiel erstmals die Möglichkeit in Japan, das ja weiterhin zu den größten Nuklear-Standorten der Welt gehört, stärker aktiv zu werden“, sagte Gräber im Interview: „Jetzt sehen wir erste Anzeichen, dass sich dieser Markt öffnet.“ Einen generellen Trend zum Atomausstieg könne er nicht erkennen, sagte Gräber weiter. Bislang sei noch nirgendwo ein Bauvorhaben eines Areva-Reaktors storniert worden. Im Gegenteil würden einige jetzt ja sogar noch schneller vorangetrieben. „Die fundamentalen Daten der globalen Energienachfrage haben sich seit Fukushima ja nicht verändert“, sagte Gräber. „Wir haben weiterhin eine sehr stark wachsende Weltbevölkerung und einen entsprechend hohen Energiehunger, der befriedigt werden muss. Da spielt die Kernenergie nach wie vor eine große Rolle.“ Den Standort Erlangen sieht Gräber auch bei einem deutschen Atomausstieg nicht gefährdet. In den vergangenen fünf Jahren habe man mehr als 2000 neue Mitarbeiter eingestellt, sagte der Areva-Deutschland-Chef: „Und wir stellen weiterhin Mitarbeiter ein.“
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