Lautlos dreht der Transporter vor der
vollbesetzten Tribüne auf dem Freigelände der Hannover Messe seine
Runden. 50 km/h hat er in etwa erreicht, dennoch ist höchstens in
engen Kurven das Abrollgeräusch der Reifen zu hören. Es ist der
Mercedes-Benz Vito E-Cell, das vollelektrisch angetriebene leichte
Nutzfahrzeug aus dem Hause Daimler. Die Höchstgeschwindigkeit des 36
kW (49 PS) starken Motors ist auf 80 km/h begrenzt, die maximale
Reichweite beträgt 130 Kilometer, über Nacht ist der für den
Stadtkurierverkehr konzipierte E-Cell wieder voll aufgeladen. Die
Zuladung von 900 kg bedeutet keine Einschränkung gegenüber Fahrzeugen
mit klassischem Verbrennungsmotor: Die emissionsfreie Zukunft des
Nutzfahrzeugs hat auf der 63. IAA in Hannover schon begonnen.
Der Vito E-Cell ist eine von 17 Vorführungen im Bereich
Klimaschutz und Sicherheit auf der Innovationsbühne der IAA, die vom
Verband der Automobilindustrie (VDA) veranstaltet wird. Mit
zahlreichen Neuheiten und Ideen, die den Straßengüterverkehr noch
sicherer und umweltfreundlicher machen, sind neben Daimler auch die
Firmen Emitec, Faun Group, Haller Umweltsysteme, Krone, MAN, Meiller,
Meyer & Meyer, Peugeot, SVG und Wabco auf der Innovationsbühne
vertreten. So beweist der Zulieferer Emitec mit einem
Abgas-Nachbehandlungssystem, welche Fortschritte beim Dieselmotor
noch möglich sind: Es führt zu rund 80 Prozent geringeren
Stickoxid-Emissionen als herkömmliche Systeme.
Bei den Sicherheitsvorführungen geht es nicht ganz so entspannt zu
wie bei der Präsentation der neuesten Umwelttechnologien. Das ist
auch beabsichtigt: Aufmerksam und mit gezückten Kameras beobachten
die Besucher unter dem Tribünendach die Vollbremsung eines
Kleintransporters mit ungesicherter Ladung. Dank geöffneter
Seitenschiebetür ist zu erkennen, wie die blauen Fässer mit voller
Wucht gegen die Rückwand der Fahrerkabine schlagen. „Früher gab es
eine Anzeige, wenn etwas passierte“, erläutert Detlev Krill, der wie
sein Moderatoren-Kollege Falko Peters Berufskraftfahrer-Trainer ist.
„Heute gibt es sofort drei Anzeigen: für den Fahrer, den Verlader und
den Versender. Das ist auch richtig so, denn Sicherheit hat absoluten
Vorrang.“
An einem 40-Tonner mit offenem Anhänger wird anschließend
demonstriert, dass eine 500 kg schwere Ladung, wenn sie lose ist, auf
der Ladefläche genau so schnell nach vorne fliegen kann wie leichtere
Güter. Krill: „Gut ausgebildete Fahrer wissen: Was schwer ist, ist
deshalb nicht rutschfest.“ Die Innovationsbühne auf der IAA (Eingang
Nord, gegenüber von Halle 26) mit überdachter Tribüne läuft täglich
bis einschließlich 30. September von 9:30 bis 18:00 Uhr.
Ansprechpartner:
Eckehart Rotter
VDA
Abteilung Presse
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Herausgeber: VDA Verband der Automobilindustrie e. V.