Stuttgart/Chemnitz, im Oktober 2012.- Fräsen, Drehen, Feilen, Montieren, Verkabeln – rund 22 Stunden waren die zehn Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft der Polymechaniker hochkonzentriert in Aktion. Auftrag war, ein voll funktionsfähiges Modell einer Blechrollmaschine zu fertigen. Tobias Bornschein von der VIEGA GmbH & Co KG im thüringischen Großheringen löste diese Aufgabe von der letzten WorldSkills 2011 in London am besten und erreichte mit einigem Abstand die höchste Punktzahl. Der 21-jährige Industriemechaniker setzte sich beim WorldSkills Germany-Berufswettbewerb im sächsischen Chemnitz gegen neun Mitbewerber durch, bekam mit dem Siegerpokal und der Goldmedaille auch das Ticket für die Teilnahme an der WorldSkills WM der Berufe 2013 in Leipzig. Tobias gewann souverän vor seinem VIEGA-Kollegen Philipp Müller (18 Jahre) und dem einheimischen Marcel Grudda, 20, von der Bosch Rexroth AG.
„Puuh, geschafft – da hatte ich zum Ende hin nochmal gut zu tun, aber es ist alles prima gelaufen“, strahlte der glückliche Sieger, als er den Glaspokal in den Händen hielt und die Medaille um den Hals gehängt bekam. „Meine gute Vorbereitung hat sich ausgezahlt. Jetzt freue ich mich riesig, in Leipzig bei der WM dabei zu sein.“ Jurychef Mike Köberich, der als Gesamtleiter Training bei der den Wettbewerb ausrichtenden Bildungs-Werkstatt Chemnitz tätig ist, lobte denn auch das hohe Niveau: „Jeder hat Vollgas gegeben, über Stunden bei höchster Anspannung die Teilarbeiten absolviert. Polymechanik ist ja ein äußerst vielfältiger und anspruchsvoller Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer Zerspanungs- und Montagearbeiten gekoppelt mit elektrisch-pneumatischen Komponenten erledigen mussten, und das bei einigem Zeitdruck. Dann werden auch Maßhaltigkeit wie natürlich Funktionsfähigkeit der Anlage von uns am Schluss überprüft. Da zahlt sich eine vielseitige Vorbereitung schon aus, wie man am Sieger sieht.“
Und Torsten Wolf, Vorstandsmitglied von WorldSkills Germany, der seit vielen Jahren als international anerkannter und gefragter Polymechaniker-Experte bei WorldSkills-Wettbewerben fungiert, ergänzt: “ Wir haben hier die absolute Spitze der Berufsausbildung in dieser Disziplin gehabt, Fachkräfte von Top-Ausbildungsunternehmen, also ein hohes Niveau. Doch trotz aller Trainingseinheiten im Vorfeld hat der Polymechanikerwettbewerb eine gewisse Eigendynamik. Es bleibt spannend bis zum letzten Moment, weil hier ein Gesamtprojekt zu bauen ist und erst am Ende beim Zusammenfügen sich zeigt, ob man in den Teilabschnitten präzise genug gearbeitet hat. Gewonnen hat hier der Allrounder.“ Auch wenn jetzt intensive Trainingsmonate vor dem neuen Deutschen Meister Tobias Bornschein liegen, könne man sehr optimistisch in Richtung Berufe-WM 2013 in Leipzig schauen – der Silbermedaillengewinner der WorldSkills in London vor zwei Jahren z.B. kam aus dem gleichen Ausbildungsbetrieb in Thüringen wie der jetzige Champion und WM-Teilnehmer.
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