Nachdem Lügen und Falschaussagen in Politik und Wirtschaft an der Tagesordnung sind und weitestgehend ungeahndet bleiben, wünscht sich Rixgens einen reflektierten Umgang mit dem gesprochenen und geschriebenen Wort. „Die langfristigen Auswirkungen auf Debatte und Gesellschaft sind verheerend. Die Wirkung, die von offensichtlichen und dennoch akzeptierten Falschmeldungen ausgeht: Viele sagen sich, den Umgang mit der Wahrheit nehmen all die anderen auch nicht so genau. Warum sollte ich das tun? Irgendwie ist doch der Ehrliche immer nur der Dumme. Und wer lügt, wird Präsident“, erklärt Rixgens.
Im Umkehrschluss bedeute dies für die Debatte und das eigene Handeln: Wer Erfolg haben will, dürfe es mit der Wahrheit nicht immer so genau nehmen. Nach seinen Beobachtungen ist dem Publikum im Alltag immer öfter die Fähigkeit abhandengekommen, zu differenzieren. Die Empfänger lassen zu, dass in diesem Ausmaß gelogen wird. „Das beginnt bereits mit dem Unterschied zwischen Fakten und Meinungen. Fakten sind nachprüfbar und objektiv – und können deshalb als wahr oder falsch bezeichnet werden. Meinungen dagegen sind Interpretationen und die sind per se subjektiv.“
Zudem spielt der Zuhörer ebenfalls eine Rolle, wenn er dem Bestätigungsfehler aufsitzt. „Wir hören, was wir hören wollen. In puncto Wahrheit und Lüge sollten sich Empfänger wappnen, um angemessen mit der Wahrheit umzugehen.
Lügen-Detektor: 5 einfache rhetorische Tipps für Empfänger:
1. Wichtig ist, kritisch zu prüfen und zu hinterfragen, was wir hören und lesen.
2. Vorsicht bei Nachrichten, die die eigene Meinung bestärken: Wir glauben zu gern, was unseren Vorstellungen und unserer Glaubenswelt entspricht.
3. Quellenprüfung: Woher genau stammt diese Nachricht? Welche Interessen stecken dahinter?
4. Qui bono: Also wem nutzt diese Information und wer hat etwas davon?
5. Handelt es sich um eine Meinung oder um Fakten?