Aktuelle Umfrage: Vermieter unter Druck – Beratungsstau zur Durchsetzung corona-bedingter Mietminderungsansprüche unter Einzelhändlern, Gastronomen und Co immens

Das ist eines der Kernergebnisse der repräsentativen Studie ?Rechtsbeistand Mietminderung?, die Recht im Mittelstand zusammen mit dem Hamburger Marktforschungsunternehmen mindline durchgeführt hat. Die Zielgruppe bestand aus mehr als 200 Inhabern aus unterschiedlichen Branchen wie Einzelhandel, Gastronomie, Veranstaltungsorganisation oder körpernahe Dienstleistungen.

Demnach haben knapp 66% der befragten Gewerbetreibenden ihren Vermieter bislang nicht wegen des Themas Mietanpassung kontaktiert. 76% der Befragten zeigen indes Interesse für eines der vorgestellten digitalen Rechtsberatungsangebote.

Die vorgestellten Rechtsberatungsangebote beinhalten verschiedene Eskalationsstufen ? vom Verhandlungsleitfaden über telefonische Erstberatung bis zum Prozess und Schiedsverfahren. Genau diese Angebotsstaffelung der digitalen Rechtsplattform Recht im Mittelstand scheint sinnvoll. Denn auf Seiten der Gewerbetreibenden gibt es unterschiedliche Barrieren und Ängste. Am größten (>50%) ist das Interesse für die niedrigeschwelligen Angebote (Leitfaden und Telefonberatung), um das eventuell langjährige gute Vermieterverhältnis mit einem Prozess nicht gleich zu gefährden. Konfliktträchtigere Gutachten oder gar Prozesse kommen gleichwohl für mehr als 40% der befragten Gewerbetreibenden in Frage, die sich ?anonymen?, großen Immobiliengesellschaften mit dementsprechender Verhandlungsmacht gegenübersehen.

Eine entsprechende Bekanntheit von digitalen Rechtsangeboten vorausgesetzt, würde daher besonders Immobiliengesellschaften stärker unter Druck setzen. Diese kommen in der Studie auf etwa 30% der Mietverhältnisse.

Gleichzeitig zeigt sich in der Studie ein deutlich stärker ausgeprägtes Eskalationspotenzial in den Branchen, die in besonderer Weise durch corona-bedingte Maßnahmen beeinträchtigt sind, wie die Bereiche Eventorganisation, Fitness oder Wellness. Gewerbetreibende dieser Branchen sind aufgrund finanzieller Gründe einem größeren Handlungsdruck ausgesetzt.