Aktuelle Studie zu den Life Sciences in Wien: Über 35.000 Beschäftigte in Firmen & Forschungseinrichtungen

Eine heute veröffentlichte Studie im Auftrag der Wiener Life Science-Clusterorganisation LISAvienna belegt die enorme Größe der Life Sciences-Branche in Wien im Jahr 2012: 378 Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie & Pharma und Medizintechnik beschäftigten 21.031 MitarbeiterInnen und erzielten im Jahr 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Weitere 25 Forschungseinrichtungen beschäftigten zusätzlich 14.289 MitarbeiterInnen, welche 5.733 wissenschaftliche Publikationen veröffentlichten und 38.290 StudentInnen betreuten. Das ergibt in Summe 35.320 hochqualifizierte Arbeitsplätze in Wien in den Bereichen Life Sciences, Biotechnologie & Pharma und Medizintechnik.

Tatsächlich erlaubt die neue Studie eine sehr differenzierte Analyse der Life Sciences in Wien. So wurde nicht nur zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen unterschieden, sondern die Tätigkeitsbereiche der Unternehmen wurden zusätzlich untergliedert in Biotechnologie & Pharma sowie in Medizintechnik. Renate Brauner, Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin der Stadt Wien, zeigt sich erfreut über die Studienergebnisse: „Die Zahlen zeigen eindeutig, dass der Boom der Life Sciences in Wien anhält und die Branche damit auch weiterhin eine zentrale Rolle als Arbeitgeber qualitativ hochwertiger Jobs am Standort spielt. Mittlerweile sind mehr als 60 Prozent aller bundesweit tätigen Biotech- und Pharmaunternehmen in Wien angesiedelt, und als Innovationsmotoren sind diese während der leider immer noch anhaltenden Wirtschaftskrise ein starker Impuls für künftiges Wachstum.“

Biotechnologie: Junge Unternehmen & Top Grundlagenforschung
Die konsequente Unterstützung der Bundes- sowie der Wiener Stadtpolitik für die Life Sciences mit Fokus auf die Biotechnologie hat in den letzten 25 Jahren hervorragende Grundlagenforschungseinrichtungen in Wien entstehen lassen. Diese international angesehenen Einrichtungen haben sowohl ausgezeichnete ForscherInnen nach Wien „gelockt“, als auch über 50 hochinnovative Biotechnologie-Unternehmen in ihrem Umkreis entstehen lassen. Diese jungen Unternehmen weisen im Durchschnitt ein Alter von unter sieben Jahren auf, entwickeln sich rasant und sind international am Puls der Zeit. Dies belegt die nun vorgestellte Studie ebenfalls eindrucksvoll: 22 Arzneimittel, die im Jahr 2012 im Wiener Stadtgebiet entwickelt wurden, befanden sich in der klinischen Phase I – III und weitere 33 Substanzen in der präklinischen Entwicklung, wobei die Aktivitäten sich in drei Tätigkeitsbereichen der Firmen konzentrierten: Infektionskrankheiten, Onkologie und Erkrankungen der Atemwege. Mehrere Pharmakonzerne wurden seitdem auch auf Innovationen von jungen Wiener Biotechnologie-Unternehmen aufmerksam. Anschließende Lizenzdeals seit dem Jahr 2008 können in Summe bis zu 2,67 Milliarden Euro an Zahlungen auslösen, wenn die Medikamente die klinischen Studien bestehen und Marktreife erzielen. Dazu einer der beiden Geschäftsführer von LISAvienna, Johannes Sarx: „In Wien ist die enge Vernetzung grundlegender Forschungseinrichtungen mit Life Sciences-Unternehmen hervorragend gelungen. Motiviert durch die Erfolge sind zudem immer mehr Personen bereit, unternehmerisch tätig zu werden. In translationalen Projekten werden so bahnbrechende Innovationen aus der Grundlagenforschung marktreif gemacht.“

Internationale Sichtbarkeit & Akzeptanz
Die herausragende Grundlagenforschung und Lizenzdeals haben ganz wesentlich zur internationalen Wahrnehmung der Life Sciences, vor allem im Bereich der Biotechnologie, in Wien beigetragen. Dies wird durch die erneute Veranstaltung der größten europäischen Biotechnologie Partnering-Konferenz, der BIO-Europe, in Wien im November 2013 unterstrichen. Es werden bis zu 3.000 TeilnehmerInnen aus über 50 Nationen in Wien erwartet. Die LISAvienna organisiert auf dieser Konferenz den größten Messeauftritt in der noch jungen Geschichte der Wiener Biotechnologiebranche. Peter Halwachs, ebenfalls Geschäftsführer von LISAvienna: „Wir freuen uns, dass über 100 österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen an dieser Konferenz teilnehmen, um sich dem internationalen Fachpublikum zu präsentieren. Rund 2/3 dieser Unternehmen kommen aus Wien. Das unterstreicht noch einmal den großen Stellenwert von Wien innerhalb Österreichs in dieser Zukunftsbranche.“ Der guten Vernetzung der Wiener Life Sciences-Unternehmen mit akademischen Einrichtungen wird bei der Veranstaltung sogar ein besonderer Fokus gewidmet: Der „LISAvienna Academic Pavilion“ dient der Vorstellung von Ergebnissen der Grundlagenforschung, die in Wien zur internationalen Anerkennung des Innovations-Standorts wesentlich beigetragen haben.

Weitere Informationen unter:
http://www.lisavienna.at/sites/default/files/vienna-life-science-report_2013-14_web.pdf