Das Projekt „Kulturwandel im dualen Bildungssystem“ ist eines von zehn Innovationsprojekten in Hessen, die über das Programm Impulse der Arbeitsmarktpolitik (IdeA) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie der Stadt Frankfurt am Main, des Jobcenters Frankfurt und der Agentur für Arbeit finanziell gefördert werden. Durch diese gemeinschaftliche Förderung war es der GFFB möglich, eine Teilzeitumschulung zum/zur Hauswirtschafter*in mit integrierter Sprachförderung und sozialpädagogischer Begleitung anzubieten, die sich an langzeiterwerbslose Migrant*inn*en mit Sprachniveau B1 richtete. Ziel des Projekts war es, das Fachkräftepotential einer besonderen Zielgruppe zu erschließen, nämlich von Frauen und Männern, die aufgrund häuslicher Betreuungsaufgaben dem Arbeitsmarkt oft nur in Teilzeit zur Verfügung stehen können und wollen.
Um die Teilnehmer*innen optimal zu unterstützen, wurden sie von einer ausgebildeten Sprachförderkraft nicht nur im Rahmen des fachtheoretischen Unterrichts im Teamteaching mit der Fachanleitung eng begleitet, sondern auch bei Praxiseinsätzen im Rahmen ihrer Ausbildung.
Der Fokus richtete sich dabei nicht nur auf die Erweiterung allgemein- sowie fachsprachlicher Kompetenzen, sondern in besonderem Maße auf Bildungssprache, um die Teilnehmer*innen sowohl fachlich als auch sprachlich auf die IHK-Prüfung vorzubereiten. Darüber hinaus wurde der Aufbau der sprachlichen Handlungskompetenz in Bezug auf die Kommunikation mit Kolleg*inn*en, Vorgesetzten und zu betreuenden Personen besonders gefördert.
Hauswirtschafter*innen übernehmen hauswirtschaftliche Versorgungsleistungen wie z. B. die Reinigung von Räumen und Funktionsbereichen, Wäschepflege und Speisezubereitung sowie die Betreuung von Personen verschiedenen Alters mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen. Damit leisten sie einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Besonders im Hinblick auf den demografischen Wandel bietet diese Qualifikation hervorragende Berufsperspektiven mit steigender Nachfrage.
Nach diesem tollen Erfolg ist der nächste Schritt für die Absolventinnen die Aufnahme einer Arbeit, z. B. in Kindertagesstätten, Altenpflegeheimen oder Betreuungseinrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Zwei von ihnen wurden direkt nach den Prüfungen eingestellt und arbeiten seit Anfang Februar in Teil- bzw. Vollzeit. Bei den übrigen läuft der Bewerbungsprozess. „Die Kollegin in der Küche ist sehr nett und wir können gut zusammenarbeiten. Das war mir besonders wichtig“, berichtet eine der frischgebackenen Hauswirtschafterinnen, die nun bei einer Kindertagesstätte angestellt ist.