
Wenn Du auf eigene Rechnung arbeitest, nicht weisungsgebunden bist und das unternehmerische Risiko trägst, giltst Du als selbstständig. Die Zahl der Selbstständigen in Deutschland steigt kontinuierlich. Der Wunsch sein eigener Chef zu sein, Arbeitszeiten, wenn möglich, frei zu wählen und seine Leidenschaften zum Beruf zu machen, lässt immer mehr diesen Schritt wagen. Seit den 1990er-Jahren ist die Anzahl der Selbstständigen rasant gestiegen. Der Möglichkeit flexibel zu wirtschaften und Unabhängigkeit zu gewinnen, stehen auch Risiken gegenüber: von höheren Einkommensrisiken bis zur Altersvorsorge. Vor allem Solo-Selbstständige sind diesen Risiken ausgesetzt und sollten klare Strukturen ausarbeiten. Hier möchte ich Dir fünf wichtige Dinge mit auf dem Weg geben, an die Du denken solltest, wenn Du Dich selbstständig machst.
1. Behördengänge tätigen
Je nachdem, mit welcher Tätigkeit Du Dich selbstständig machst und unabhängig von der fachlichen Kompetenz und Qualifikation musst Du gewisse Behördengänge machen. Bei den Behörden müssen gewisse Genehmigungen und Zertifikate vorgelegt werden. Je nachdem, ob Du etwa einen Handwerksbetrieb anmeldest, muss dies bei der Handwerkskammer gemeldet werden und Du musst unter anderem einen Meistertitel vorweisen. Ein Gewerbebetrieb wird bei dem Gewerbeamt gemeldet und Du musst eventuell eine Gewerbeerlaubnis vorlegen. Eröffnest Du einen Gastronomiebetrieb? Dann wird ein Gesundheitszeugnis verlangt. Du solltest also schon vorher wissen, welche notwendigen Dokumente Dein Betrieb erfordert und diese bereitliegen haben.
Arbeitnehmer müssen bei der Krankenversicherung, Rentenversicherung, dem Arbeitsamt und der Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Auch hier sind evtl. behördlichen Genehmigungen und Eignungsnachweise nötig.
2. Welche Versicherung benötigst Du?
Als Arbeitnehmer bist Du automatisch über Deinen Arbeitgeber versichert, machst Du Dich selbstständig bist Du nicht mehr ohne Weiteres bei den gesetzlichen Krankenkassen versichert. Du kannst Dich nun weiterhin bei den gesetzlichen Krankenkassen freiwillig versichern lassen, oder Du trittst einer privaten Krankenversicherung bei. Der Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich hierbei nach Deinem Einkommen. Dieser Beitrag kann also schnell steigen, dafür hast Du die Sicherheit, dass Du auch bei einem Scheitern Deiner Selbstständigkeit weiterhin gesetzlich versichert bist. Die Beiträge der privaten Krankenversicherung richten sich dafür nach vorher festgelegten Tarifen und sind unabhängig von Deinem Einkommen. Der Versicherungsschutz ist hier meist besser und komfortabler. Nimmst Du diese nicht häufig in Anspruch, bist und bleibst hauptsächlich gesund, kann man hier viele Kosten sparen. Die Beiträge können aber mit dem Alter steigen und eine Rückkehr zu den gesetzlichen Krankenkassen ist nicht ohne große Hürden möglich.
Zusätzlich zur Krankenversicherung sollte unbedingt eine Betriebshaftpflichtversicherung sowie eine Inventarversicherung abgeschlossen werden. Diese schützen Dich vor Personen- und Sachschaden.

3. Das Finanzamt
Informationen dazu, welche Tipps und Tricks es bzgl. der Steuer gibt, sind vielfältig in Foren, Magazinen und Blogs zu finden. Es geht bei Deinem Unternehmen schon damit los, dass Du ein finanz konformes Kassensystem, wie das von Paymash verwendest. Damit kannst Du dem Finanzamt alle Informationen geben, die es benötigt. Wenn Du über breite Steuerkenntnisse verfügst und Deine Erklärung allein machst, kannst Du viel Geld sparen, allerdings erfordert dies viel Zeit und Nerven. Das deutsche Steuerrecht gilt weltweit als eines der kompliziertesten und ein Steuerberater kann Dir helfen viel Zeit und vor allem Geld zu sparen. Der Einsatz eines Steuerberaters obliegt ganz dem Selbstständigen: ob er am Ende nur den Steuerbescheid prüfen soll, oder die ganze Buchhaltung übernimmt ist hier Dir überlassen. Alternativen dazu sind auch diverse Software Tools, die Dich unterstützen können, wichtig ist aber, dass diese Tools auf dem neuesten Stand des Steuerrechts sind.
4. Finanzplanung
Soll Dein Unternehmen finanziert worden ist ein Finanzplan unabdingbar. Investoren schätzen anhand Deines Finanzplans ein, ob Du in der Lage bist, den Kredit inklusive Zinsen zurückzuzahlen. Weiterhin ist es auch für den Gründer selbst wichtig, alle Zahlen im Blick zu haben und zu entscheiden, ob das Unternehmen rentabel ist.
Zur Finanzplanung gehören die Umsatzplanung und die Umsatzabhängigen Kosten, also Kosten, die schwanken können. Die laufenden Kosten des Betriebs, etwa Löhne, Marketing und der Geschäftsräume. Weiterhin die Gründungskosten, Investitionen, Liquidität und der Finanzierungsplan. Zum Schluss zeigt die Rentabilitätsrechnung noch, ob Dein Unternehmen zukunftssicher ist und dem Markt gerecht wird.
5. Gründerberatung
Ein elementarer Schritt ist die Beratung für Existenzgründer. Informationen findest Du auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und die Bundesagentur für Arbeit bietet kostenlose Beratungen an, um Dich auf deinen Schritt in die Selbstständigkeit zu unterstützen. Machst du dich beispielsweise aus der Arbeitslosigkeit selbstständig, berät Dich die Agentur für Arbeit auch über den Gründungszuschuss. Sie prüfen die Voraussetzungen und gewähren Dir diesen dann, anfangs für sechs Monate.