4-Tage-Woche – Erkenntnisse aus Island

4-Tage-Woche – Erkenntnisse aus Island
 

35 oder 36 Stunden und trotzdem mehr schaffen

Das Experiment sorgte weltweit für Aufsehen und beim Start 2015 waren viele Experten skeptisch. Ist es wirklich möglich, bei reduzierter Arbeitszeit das 40-Stunden-Pensum zu schaffen oder sogar noch produktiver zu sein? Die Antwort gab es nach der umfangreichen Studienauswertung.

Mehr als 2.500 Arbeitskräfte des öffentlichen Sektors reduzierten ihre Arbeitszeit zwischen 2015 und 2019 auf 35 bzw. 36 Stunden. Vier statt fünf Tage arbeiten und das bei vollem Lohnausgleich. Überraschenderweise wurden die zu bewältigenden Aufgaben auch innerhalb der kürzeren Arbeitszeit geschafft. Dafür etablierten die Studienteilnehmer häufig effizientere Arbeitsabläufe und entwickelten neue Strategien.

Bemerkenswert war vor allem die wachsende Kommunikation mit Kollegen und Nutzen gegenseitiger Stärken. Dabei unterstützen smarte Office-Anwendungen wie beispielsweise Cloud-Lösungen oder Videokonferenz-Systeme. Das verstärkt vernetzte Arbeiten brachte jedoch auch einige neue Herausforderungen mit sich. So mussten beispielsweise effizientere Speicherlösungen gefunden werden, welche die Möglichkeit für flexible Zugriffsrechte gewährleisteten. Auch das Thema digitale Sicherheit rückte verstärkt in den Fokus. Doch die isländischen Studienteilnehmer meisterten diese Herausforderung und etablierten beispielsweise Lösungen für Office 365 Sharepoint Back-up, um ihre Daten vor Verlust (u. a. die unsachgemäße Bearbeitung oder Änderung durch Kollegen) zu schützen.

Freizeit hat eine neue Qualität

Das erfolgreiche Experiment der 4-Tage-Woche zeigt auch, dass sich die Work-Life-Balance verbessert hat. Studienteilnehmer hatten mehr Zeit für ihr Privatleben und konnten sich intensiver um Freunde und Familie kümmern; auch für sich wohltuende Auszeiten etablieren.
Der fünfte (sonst gängige Arbeitstag) stand fortan zur freien Verfügung, ohne Benachrichtigungen durch die Arbeitsstelle. Wichtig ist dabei auch das ruhige Gewissen, dass die eigenen Daten auf dem Unternehmensrechner sicher sind. Viele Isländer haben noch den Hackerangriff von 2013 im Gedächtnis, bei denen Cyberterroristen SMS-Nachrichten Zehntausender Vodafone-Kunden veröffentlichten, darunter auch Politiker. Nicht nur ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, sondern auch eine hochbrisante und gefährliche Situation.

Durch die Nutzung von Disaster Recovery Office 365 und anderen Back-up- und Sicherheitstools konnten sich die Teilnehmer des Experimentes auch in ihrer ausgiebigen Freizeit zurücklehnen und mussten sich mit Schreibtisch und Co. erst wieder nach drei Tagen kümmern. Die Ergebnisse aus dem Experiment waren so vielversprechend, dass künftig mehr als 80 Prozent aller isländischen Arbeitnehmer auf Wunsch eine dauerhafte Arbeitszeitverkürzung in Anspruch nehmen können.

Vier-Tage-Woche auch in Deutschland?

Auch Belgien setzt nach Island auf eine flexible Arbeitszeiteinteilung. Künftig sollen belgische Arbeitnehmer frei entscheiden können, ob sie ihre Wochenarbeitszeit auf vier oder fünf Tage aufteilen. Wer an einigen Tagen länger arbeitet, hat dafür beispielsweise drei Freitage. Auch in Deutschland könnte dieses Modell Schule machen zumindest, wenn es nach vielen Arbeitnehmern geht. Laut Umfragen wünschen sich mehr als 70 Prozent ein flexibles Arbeitszeitmodell, mehr als 58 Prozent würden sogar die Vier-Tage-Woche wählen.

Auch in Deutschland könnte mehr Erholung für reduzierten Stress sorgen, theoretisch zumindest. Häufig ist es nicht nur die reine Arbeitszeit, die zu Druck führt, sondern der Weg zur Arbeitsstätte und zurück. Neben der Arbeitszeit von durchschnittlich acht Stunden pro Tag kommen oftmals Fahrzeiten von 1 Stunde und mehr. Muss die Distanz noch mit dem eigenen Fahrzeug zurückgelegt werden, stresst das durch Stadtverkehr, Stau und Co. zusätzlich.

Eine Revolution, wie es sie in Island oder Belgien gibt, ist weiterhin von der deutschen Politik nicht geplant. Dennoch zeigen sich immer mehr Arbeitgeber und bieten ihren Mitarbeitern eine freiere Gestaltungsmöglichkeit ihrer Arbeitszeiten. So können sie beispielsweise zwischen Homeoffice und Präsenz im Büro wählen oder selbst entscheiden, wie sie ihre Arbeitszeit aufteilen. In Zeiten von Fachkräftemangel in vielen Bereichen sind solche neuen Ansätze äußerst willkommen, um gerade junge Arbeitnehmer für sich zu begeistern.