25 BGH-Verfahren: Milliardennachzahlungen aus Lebensversicherungen?

25 BGH-Verfahren: Milliardennachzahlungen aus Lebensversicherungen?

Viel Arbeit für die Richter vom Bundesgerichtshof: Seit heute klagt LV-Doktor (www.lv-doktor.de) in 25 Revisionsverfahren beim BGH für die Rückabwicklung von Lebens- und Rentenversicherungsverträgen. Bei verbraucherfreundlichem Ausgang müssten die Versicherungsunternehmen nach Expertenschätzungen Verträge mit einem Gesamtvolumen von rund 290 Milliarden Euro rückabwickeln.

Zug/Halle(Saale). 17.01.2012. Heute haben die Anwälte von LV-Doktor, ein Projekt der proConcept AG (www.proconcept.ag) die 25. Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Betroffen ist in dem aktuellen Verfahren die Standard Life Lebensversicherung. Bei den Verfahren will LV-Doktor unter anderem die Rechtsfrage klären, ob alle deutschen zwischen 1994 und 2007 nach dem Policenmodell abgeschlossenen Lebensversicherungsverträge europarechtswidrig sind. Bei einer Rückabwicklung würden alle eingezahlten Beiträge an die jeweiligen Kunden erstattet werden. Jens Heidenreich, Leiter des LV-Doktor-Teams, dazu: „Nach unseren Schätzungen sind bis zu 40 Prozent aller Lebensversicherungs- und Rentenversicherungsverträge mit einem Volumen von rund 290 Milliarden Euro rückabwicklungsfähig.“ Bereits anhängig sind BGH-Verfahren gegen folgende Lebensversicherungsgesellschaften: Allianz, WWK, Württembergische, Ergo, Aachen Münchener, Provinzial, Skandia, Volkwohlbund, Concordia, R+V und Zurich.

LV-Doktor-Sammelklagen eingereicht

Im vergangenen Dezember hat LV-Doktor neun Sammelklagen zu derselben Rechtsfrage mit einem Gesamtvolumen von rund zwei Millionen Euro gegen große Lebensversicherer wie beispielsweise die Allianz, Hamburg Mannheimer, Nürnberger und R+V bei unterschiedlichen Gerichten eingereicht. Insgesamt will LV-Doktor in mehreren hundert Musterverfahren, zwölf Sammelklagen und nun auch 25 Verfahren vor dem Bundesgerichtshof (BGH) die streitgegenständliche Rechtsfrage bezüglich der Lebensversicherungen klären.

20 Prozent der Ansprüche bereits reguliert

Grundsätzlich hätte LV-Doktor bereits sehr viel früher insgesamt 25 Verfahren beim BGH anhängig gehabt, da die Richter in den letzten sechs Monaten 32 LV-Doktor-Verfahren eine Revision zugelassen haben. Allerdings haben die Lebensversicherer in sieben Fällen die Klageforderungen bereits anerkannt, um die Revisionseinlegung oder ein Grundsatzurteil zu verhindern. So haben die Aachen Münchener und die Heidelberger Leben am 15.12.2010 vor dem BGH die Klageforderungen anerkannt, als sie merkten, dass die BGH-Richter verbraucherfreundlich entscheiden wollen bzw. beabsichtigen ein LV-Doktor-Verfahren an den Europäischen Gerichtshof weiterzureichen.

Weitere Informationen unter:
http://www.proconcept.ag