Reges Treiben herrschte in diesen Tagen im CJD Jugenddorf Offenburg: 124 Achtklässler aller Förderschulen des Ortenaukreises sind in die CJD-Praxiswochen 2012 gestartet. Im ersten der beiden einwöchigen Module konnten die Jugendlichen fünf unterschiedliche Berufsfelder ihrer Wahl ausprobieren. Beim zweiten Teil im Herbst wird diese erste Praxiserfahrung in drei Berufsfeldern vertieft.
Ziel ist es, die Schüler bei ihrer anstehenden Berufswegewahl durch ein umfassendes Berufsorientierungsprogramm bestmöglich zu unterstützen. „Daher gilt bei unseren CJD-Praxiswochen das Motto: Erfahren, Erproben, Entscheiden!“, betont Projektleiterin und CJD-Mitarbeiterin Sarah Wandres.
Während des nun abgeschlossenen ersten Moduls erhielten die Achtklässler Einblicke in Bereiche wie Gartenbau, Hauswirtschaft, Verkauf, Büro oder Lager. Unter den insgesamt 12 angebotenen Berufsfelder findet sich erstmals der Zweig „Sanitär, Heizung, Klima“. Das CJD Jugenddorf Offenburg bietet hier ab September 2012 die Ausbildung zum/zur Fachpraktiker/in für Gebäude- und Umweltdienstleistungen / Anlagenmechanik an.
Berufspraxis erleben die Jugendlichen in einem normalen Arbeitsumfeld, wie beispielsweise in den Metall-Werkstätten des Offenburger Jugenddorfes. Hier probieren sie sich in für das jeweilige Berufsfeld typischen Tätigkeiten aus und können auf diese Weise ihre individuellen Talente entdecken.
„Die Förderschülerinnen und -schüler werden bei ihrer Erprobung beobachtet“, erklärt Sarah Wandres eine weitere Besonderheit der CJD-Praxiswochen. Geschulte Lehrkräfte und CJD-Mitarbeitende achten beispielsweise auf Kriterien wie Selbstständigkeit oder Arbeitsgenauigkeit.
Eine abschließende Beurteilung gibt den Jugendlichen wertvolles Feedback zu ihren Stärken und Fähigkeiten. Im zweiten Modul, das im November 2012 stattfinden wird, vertiefen die Teilnehmer ihre Erfahrungen aus Modul 1 in den drei Berufsfeldern, die ihnen am besten gefallen haben. Danach erhalten die Jugendlichen ein Kompetenzprofil für jedes ihrer drei Berufsfelder sowie ein Teilnahme-Zertifikat.
„Diese zweiwöchige Vorgehensweise mit der zeitlichen Trennung in Ãœberblick und Vertiefungsphase hat sich absolut bewährt“, so Sarah Wandres zur Fortsetzung der 2011 erstmals in diesem Modus durchgeführten CJD-Praxiswochen. Auch von den Lehrkräften und den Schulen gibt es viel positive Resonanz, besonders hinsichtlich der Organisation und dem angebotenen Berufe-Spektrum.
So steuern die Schulen die tägliche An- und Abreise der Jugendlichen ins Jugenddorf. Auch sind mehrere Lehrer für die Beobachtung vor Ort eingesetzt. Für die gesamte Koordination und Durchführung der Praxiswochen sorgen jedoch rund 20 CJD-Mitarbeitende, darunter 12 erfahrene Ausbilder, die das CJD Jugenddorf Offenburg speziell für diese Maßnahme abstellt. Mit seinen Werkstätten, dem weitläufigen Gartenbau-Areal, den vielen Ausbildungs- und Schulungsräumen sowie der Großküche verfügt das CJD Jugenddorf Offenburg zudem über die ideale Infrastruktur für ein Projekt in dieser Größenordnung.
Die CJD-Praxiswochen 2012 finden im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) statt und werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Projekt wird auch vom Staatlichen Schulamt Offenburg unterstützt. Eine Kofinanzierung aus Landesmitteln durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg erfolgt in diesem Jahr jedoch nicht mehr.
Vielfältige Einblicke in das CJD Jugenddorf Offenburg bieten sich der Öffentlichkeit beim Tag der offenen Tür: Samstag, 16. Juni 2012 von 11:00 bis 16:30 Uhr.
Weitere Informationen unter:
http://www.cjd-offenburg.de