1,5 Prozent weniger Privatinsolvenzen – Rückgang bleibt hinter Erwartungen zurück

1,5 Prozent weniger Privatinsolvenzen – Rückgang bleibt hinter Erwartungen zurück

Die Zahl der Privatinsolvenzen ist in Deutschland von Januar bis
September 2011 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 1,5
Prozent auf 103.118 Fälle gesunken. „Vor allem wegen der positiven
Konjunkturentwicklung und der Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt hat
sich die Situation bei den Privatinsolvenzen leicht entspannt“,
kommentiert Dr. Norbert Sellin, Geschäftsführer der
Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Aber gerade aufgrund dieser positiven
Signale haben die Hamburger mit weniger Privatpleiten gerechnet als
tatsächlich gemessen, resümiert das aktuelle „Schuldenbarometer 1.
bis 3. Quartal 2011″ von Bürgel. Für das Gesamtjahr 2011 geht die
Wirtschaftsauskunftei von Fallzahlen unter dem Niveau des
Rekordjahres 2010 aus und rechnet mit 137.000 bis 139.000
Privatinsolvenzen bis zum Jahresende.

Besonders auffällig in den ersten neun Monaten des laufenden
Jahres sind folgende Entwicklungen: Erstens steigen die
Insolvenzfallzahlen bei den jungen Erwachsenen von 18 bis 25 Jahren
gegenüber den ersten drei Quartalen 2010 um plus 3,2 Prozent (im
Vergleich zu den ersten neun Monaten des Jahres 2009 sogar 38,8
Prozent), in der Altersgruppe ab 60 Jahren sogar um plus 8,6 Prozent.
Ein detaillierter Blick auf die Geschlechter nach Alter zeigt
zweitens, dass bei den 18- bis 25-Jährigen vor allem junge Frauen
Probleme mit Ãœberschuldung haben. In diesem Alterssegment steigen die
Zahlen im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2010 um 5,8 Prozent
– bei den Männern im selben Alter um lediglich 0,1 Prozent. Auch bei
der Altersgruppe 60-Plus (plus 8,6 Prozent mehr Fälle) gehen drittens
zunehmend mehr Privatinsolvenzen aufs Konto von Frauen – mit einem
zweistelligen Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum
2010. Bei den gleichaltrigen Männern rangiert die Zunahme lediglich
bei plus 5,2 Prozent. Viertens verbuchen Frauen in den ersten drei
Quartalen 2011 gegenüber dem Referenzzeitraum 2010 plus 0,5 Prozent
mehr Privatinsolvenzen. Bei den Männern gehen die Fallzahlen hingegen
um minus 2,9 Prozent zurück. Allerdings bleibt der Trend, dass in
Deutschland mehr Männer (Anteil: 58 Prozent) als Frauen
Privatinsolvenz anmelden, auch in den ersten drei Quartalen 2011
bestehen.

Regional betrachtet verteilen sich die bundesweiten
Privatinsolvenzen in den ersten drei Quartalen vor allem auf die
Bundesländer Nordrhein-Westfalen (24.091 Fälle), Niedersachsen
(13.019) und Bayern (11.566). In der Detailanalyse bezogen auf die
Einwohndichte schneiden die nördlichen Bundesländer schlechter ab. Am
meisten Fälle meldet Bremen mit 227 Pleiten je 100.000 Einwohner,
gefolgt von Hamburg (174), Niedersachsen (164) und Schleswig-Holstein
(163). Der Bundesdurchschnitt bewegt sich bei 126 Fällen je 100.000
Einwohner. Am wenigsten Privatpleiten melden Bayern und
Baden-Württemberg – mit 92 bzw. 94 Fällen je 100.000 Einwohner.

Während zwölf Länder gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010
rückläufige Fallzahlen messen, verzeichnet Hamburg den stärksten und
einzigen zweistelligen Anstieg mit einem Plus von 11,7 Prozent. Aber
auch in Nordrhein-Westfalen (plus 5,9 Prozent), Berlin (plus 5,7
Prozent) und Thüringen (plus 2,9 Prozent) spitzt sich die
Schuldnersituation zu. Erfolge können hingegen vor allem Sachsen
(minus 9,8 Prozent), Baden-Württemberg (minus 8,9 Prozent) und
Rheinland-Pfalz (minus 6,3 Prozent) für sich verbuchen. Hauptursachen
für Privatinsolvenz sind Arbeitslosigkeit, Scheidung, Trennung,
Krankheit, gescheiterte Immobilienfinanzierung oder Selbstständigkeit
sowie ein zur Einkommenssituation unpassendes Konsumverhalten.
Privatüberschuldung betrifft laut Bürgel-Untersuchung vor allem das
jüngste Alterssegment als größte Risikogruppe.

Die gesamten Ergebnisse der Studie finden Sie auf unserer Homepage
unter http://ots.de/Wc0jM

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Pressekontakt:
Oliver Ollrogge, Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG
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