WAZ: Erdogan – großer Mann ganz klein – Kommentar von Alexander Marinos zur Türkei

Das Konzept der antiautoritären Erziehung gilt zu
Recht als gescheitert. Kindern, die ihre Grenzen austesten, werden
klare Grenzen gesetzt. Nicht anders sollte die Bundesregierung mit
dem türkischen Präsidenten Erdogan verfahren.

Seine maßlosen Beleidigungen würdigen nur einen herab: ihn selbst.
Den sich so selbstverzwergenden Erdogan nun auf sein Zimmer zu
schicken und ihm das fette Taschengeld zu streichen – sprich: die
nicht unerheblichen EU-Gelder für einen weit in die Ferne gerückten
EU-Beitritt – ist dringend geboten. Die Bundesregierung sollte alles
daran setzen, dass sich ihr gestriger überfälliger Hinweis, die EU
müsse die Fördergelder „prüfen“, am Ende nicht als leere Drohung
entpuppt. Denn nichts wirkt in der Erziehung schwer Erziehbarer so
kontraproduktiv wie leere Drohungen. Am Ende tanzen einem die Kinder
vollends auf der Nase herum.

Respekt erfordert Gegen-Respekt; wer frei reden möchte, muss auch
Andersdenkenden die freie Rede ermöglichen. „Was Du nicht willst, das
man dir tu …“ Erst, wenn der kleine Wüterich Erdogan diese goldene
Regel befolgt, sollte er sich wieder an den Tisch der erwachsenen
Staatsmänner und -frauen setzen dürfen.

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