WAZ: Bitte mehr davon! – Kommentar von Stephanie Weltmann zur Initiative „Pulse of Europe“

Dann kann man der Wahl Trumps zum US-Präsidenten
doch noch etwas Gutes abgewinnen. Es war der Ausgang dieser Wahl, der
zwei deutsche Juristen zu einer Idee anregte: Sie gründeten eine neue
Bürgerinitiative, die sich gegen den von Trump und seinen
europäischen Mitstreitern proklamierten Nationalismus stellen sollte.
Stattdessen rücken sie die Gemeinschaft und damit die EU ins Zentrum.
Mit Erfolg: Am Wochenende gingen dafür Tausende Menschen auf die
Straße.

„Pulse of Europe“ heißt diese Bewegung – der Puls Europas, das ist
so weit hergeholt wie zutreffend. Die EU mag bei der Gründung in
erster Linie ja keine Herzensangelegenheit gewesen sein, sondern ein
Wirtschaftsbündnis. Gleichwohl muss sie es jetzt werden. Dies- und
jenseits des Atlantiks ziehen Populisten zu Felde, die mit Gefühlen
Politik machen. Sie schüren Ängste der Menschen und verkünden das
Heil in der Nation. „Pulse of Europe“ gelingt es, dieser Angst
positive Emotionen entgegenzustellen. Kundgebungen gleichen
vielerorts Festen, es wird gesungen, getanzt. Die Bewegung beschwört
gemeinsame Werte. Freiheit vor allem – und es tut gut zu erleben, wie
viele für sie einstehen.

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