Die Thailaendische Regierung hatte in einer Fernsehansprache deutlich gemacht fuer Sicherheit und Ordnung sorgen zu wollen und nur Gummigeschosse, Wasserwerfer, Traenengas, Rauchbomben und Ultraschallkanonen gemaess internationalem Standart gegen Demonstranten einsetzen zu wollen.
Dieses Versprechen hat die Regierung offensichtlich nicht eingehalten oder Soldaten haben ihren Befehlen nicht gehorcht. Fakt ist, dass es mehrere Verletzte gibt, sowohl in den Reihen der Demonstranten als auch bei unbeteiligten Zivilisten, die von Querschlaegern, aber auch gezielt mit scharfer Munition abgegebenen Schuessen getroffen worden sind.
Entsprechende Fernsehbilder gibt es sowohl in den Internetmedien Facebook, You Tube und auch Twitter. Selbst der Fernsehsender Thai PBS berichtete davon, dass in einem Fahrzeug scharfe Munition eingeschlagen ist.
Die Regierung gab bekannt, dass man Unruhen beim diesjaehrigen thailaendischen Neujahrsfest Songkran vermeiden wollte. Bereits im letzten Jahr gab es den Einsatz von Armee und Panzern gegen die Demonstranten. Die offiziellen Feiern sind schon verschoben und an andere Stellen verlegt.
Die Menschenrechtsorganisation Thailandfreunde e.V, fordert die Regierung von Thailand, aber auch die Leiter der Demonstrationsorganisation UDD auf, zurueck an den Verhandlungstisch zu kehren, um einen moeglichen Buergerkrieg zu verhindern. In der Nordthailaendischen Provinz Chiang Mai ist in der dortigen gleichnamigen Stadt, die Stadtverwaltung durch UDD Vertreter umzingelt, genauso wie der Regierungsfernsehsender NBT. Gleiches wird aus anderen Provinzen gemeldet. Die Fuehrungsriege der UDD gab bekannt, dass im Falle einer gewaltsamen Aufloesung der Demonstrationen in Bangkok, die Menschen in den noerdlichen und nord oestlichen Provinzen Thailands, die Macht uebernehmen wuerden und zum Widerstand gegen die Regierung aufrufen. Auch mit Abspaltungen vom Land Thailand wurde gedroht. Dies sind Entwicklungen, die mit Sorge zu betrachten sind. Wir fordern auch Vertreter der anderen ASEAN Staaten auf, zu vermitteln, sowie die Vereinten Nationen eine Katastrophe im Lande des Laechelns zu verhindern. Leider haben Vertreter der Botschaften der USA, und von England den Regierungskurs unterstuetzt waehrend sich Staaten wie die Schweiz zurueckhaltend zu den Spannungen aeusserten. Nachdem der Deutsche Aussenminister Westerwelle in Kirgisistan zu Besonnenheit aufruft, nehmen wir verwundert zur Kenntnis, dass dies im Falle von Thailand nicht erfolgt ist.
Der festgefahrene Kurs auf beiden Seiten ist aus eigener Kraft aus Sicht unserer Fuehrung hier vor Ort, kaum noch zu bewaeltigen. Die Spaltung der Thailaendischen Gesellschaft kann nur noch mittels Diplomatie und sachlicher Gelassenheit verhindert werden.
Die Gewalt eskalierte, als die Thailaendische Regierung erneut die Kommunikationsmedien der UDD abstellte, obwohl nach Verhandlungen zuvor, die Regierung deutlich machte, den Sender bestehen zu lassen, wenn ein gewisser Verhaltenscodex eingehalten werden wuerde. 4 Stunden spaeter stuermten Soldaten das Gelaende und stellten den Sender erneut ab. Ueber Internet jedoch sind die Medien der Rothemden immer noch zu empfangen.
Auf der Demonstrationsmeile ist zur Zeit Ruhe eingekehrt, die Demonstranten haben sich genau wie die Armee und die Polizei zu Ruhepausen zurueckgezogen. Die Rothemden, die in einem Zelt ein eigenes Erste Hilfe Zentrum mit Aerzten und Krankenschwestern haben, versorgten dort die Opfer mit Schussverletzungen.
Wie wir aus unserem Buero sehen konnten, sind nun gepanzerte Fahrzeuge des Militaers im Einsatz. Eine Katastrophe menschenrechtlicher Art ist zu erwarten, wenn nicht endlich Vernunft einkehrt.