Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Seehofer

Unmittelbar nach dem Wahltag droht ein
Rückfall in alte Rollenmuster. Sollte die Union auch die nächsten
vier Jahre die Bundesregierung anführen, wird Seehofer ein
irritierend wendiger, wenn nicht gar irrationaler Faktor für Merkel
bleiben. Das finge schon bei der Koalitionsbildung an: Dann würde
wieder das leidige Thema „Obergrenze“ aufgerufen, ohne die
Seehofers CSU erst gar keinem Berliner Regierungsbündnis beitreten
will. Mindestens einem bayerischen Sonderwunsch à la Maut oder
Mütterrente müsste Merkel auch in einer vierten Amtszeit zustimmen
– zur Auswahl stehen etwa eine höhere Steuerentlastung oder
Volksabstimmungen auf Bundesebene. Kurz vor der Landtagswahl 2018 –
für die CSU das Maß aller Dinge – dürfte ihre Kompromissbereitschaft
gen null tendieren.

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