slich der Veroeffentlichung der gemeinsamen Erklaerung von Bundesministerin Schroeder und dem Deutschen Pflegerat e.V. zur aktuellen Fachkraeftesituation in der Altenpflege erklaeren die zustaendigen Berichterstatterinnen der SPD-Bundestagsfraktion Petra Crone und Mechthild Rawert:
Die SPD-Bundestagsfraktion begruesst die Einsicht von Bundesfamilienministerin Schroeder, dass dem Fachkraeftemangel im Pflegesektor vorgebeugt werden und das Ausbildungssystem zu den Berufen Altenpflege, Kranken- und Kinderkrankenpflege reformiert werden muss.
Vor nicht einmal einem Jahr war diese Erkenntnis in der Bundesregierung offenbar nicht vorhanden. Zu diesem Zeitpunkt wurde beschlossen, das dritte Umschulungsjahr fuer einen Pflegeberuf nicht mehr durch die Bundesagentur fuer Arbeit finanzieren zu lassen. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion vom Juni 2010 ist fuer die Bundesregierung noch kein akuter Fachkraeftemangel erkennbar.
Die Ministerin kuendigt an, die gegenwaertige Finanzierung der Pflegeausbildungen veraendern zu wollen, ihre Aussagen werden dem allerdings nicht gerecht. Eine generalisierte Ausbildung wird grosse Veraenderungen in der Finanzierung – fuer die Traeger, die Krankenhaeuser, die Gesetzliche Pflegeversicherung
– nach sich ziehen. Wir fordern konkrete Plaene zur Steigerung der Ausbildungsbereitschaft von Traegern wie Pflegeeinrichtungen und Krankenhaeusern fuer die Umgestaltung. Diese legen aber weder Frau Schroeder noch Bundesgesundheitsminister Roesler vor.
Auch konkrete Vorschlaege zur nachhaltigen Finanzierung des Pflegesystems bleibt der Bundesgesundheitsminister weiter schuldig.
Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Minister auf, die beruflichen Rahmenbedingungen fuer Pflegekraefte zu veraendern, den Pflegerinnen und Pflegern einen flexibleren Wechsel zwischen den Berufsfeldern zu ermoeglichen und eine angemessenere Bezahlung fuer eine koerperlich und seelisch kraeftezehrende Arbeit durchzusetzen. Damit wird das Berufsfeld fuer Maenner und Frauen automatisch attraktiver.
Ein Zeitrahmen fuer die Umsetzung der Vorhaben ist dem Papier nicht zu entnehmen. Solange zudem keine konkreten Arbeitsschritte erkennbar sind, ist und bleibt die gemeinsame Erklaerung nur heisse Luft.
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